Die 5 wichtigsten Tipps zur Pflanzung von Stauden

Stauden sind winterharte Pflanzen und erfreuen Jahr für Jahr mit üppiger Pracht. Mit dem richtigen Wissen können Sie bald schon im eigenen Garten oder auf dem Balkon die Vielfalt der robusten Pflanzen genießen. Stauden gibt es für die verschiedensten Standorte, sie sind mehrjährig, blühen zuverlässig und bleiben in der kalten Jahreszeit im Freien. Neben der Tatsache, dass Stauden winterhart sind und im Boden gepflanzt für viele Jahre überdauern, hat bereits 1925 der berühmte Staudengärtner und Pflanzenzüchter Karl Foerster festgestellt, dass der Pflegeaufwand bei Stauden sehr gering ist. Er verfasste vor fast 100 Jahren einen Artikel mit dem Titel "Blumengärten für intelligente Faule". Erfahren Sie, was es mit dieser Aussage noch heute auf sich hat.

Mit dem richtigen Wissen schnell und einfach zum eigenen Staudenbeet:

Mit winterharten Stauden können Sie Ihrem Garten und Balkon eine ganz persönliche Note verleihen. In Kombination mit Gehölzen, Zwiebelpflanzen und einjährigen Pflanzen werden Stauden garantiert auch zu Ihren Lieblingen. Die krautigen und mehrjährigen Pflanzen treiben Jahr für Jahr aus und erfreuen mit üppiger Blüte oder dekorativem Laub. Nehmen Sie sich vor dem Pflanzen ausreichend Zeit für die Bodenvorbereitung, das Kennenlernen der unterschiedlichsten Wuchsformen, die verschiedenen Staudenarten und Sorten. Die große Auswahl an krautigen Pflanzen lässt keinen Wunsch offen. Erfahren Sie in diesem Beitrag, wie Sie winterharte Stauden am besten pflanzen und was es bei der Pflege zu beachten gilt:

1. Pflanzzeit

Gelber Gummisteiefl tritt auf Sparten

Die beste Pflanzzeit für alle mehrjährigen Arten ist im Herbst und im Frühjahr. Hier können Ihre Neupflanzungen schnell im Boden Fuß fassen, denn bei reduziertem Längenwachstum ist es für die Stauden leichter, einzuwurzeln. Das selbe gilt, wenn Sie Beerensträucher, Heckenpflanzen oder Obstbäume pflanzen. Grundsätzlich gilt jedoch, dass Stauden in Töpfen das ganze Jahr über gepflanzt werden können. Möchten Sie die krautigen Gewächse im Sommer pflanzen, benötigen Sie lediglich etwas mehr Fingerspitzengefühl beim Gießen.

 

Ausnahme: Pampasgras ist winterhart, aber Sie sollten dem Ziergras im ersten Winter etwas Schutz geben. Lesen Sie in unserem Ratgeber wie Sie das Gras am besten überwintern. Auch muss Cotaderia gut eingewurzelt sein um die kalte Jahreszeit gut zu überstehen. Die ideale Pflanzzeit von Pampasgras ist März bis August.

2. Vorbereitungen vor dem Pflanzen

Für eine üppige Staudenpracht ist die Standortauswahl wesentlich. Haben Sie einen schattigen Garten, so eignen sich sogenannte Schattenstauden. Bei voller Sonne ist die Gruppe der Sonnenstauden gefragt. Nur bei Berücksichtigung des Standortes werden Sie große Freude mit diesen winterharten Pflanzen haben.

Lockern Sie das Beet vor der Pflanzung gut auf. Entfernen Sie alle Unkräuter aus dem Staudenbeet. Vor allem von den Wurzelunkräuter Giersch und Ackerwinde müssen Sie alle Pflanzenteile und Wurzelstücke aus dem Erdreich absammeln. Geschieht diese Pflegemaßnahme nicht, können die neuen Stauden sich nicht so gut entwickeln und das Unkraut bleibt immer in Konkurrenz zur Kulturpflanze. Abhängig davon, welche Ansprüche die ausgewählte Pflanze an die Bodenverhältnisse stellt, geben Sie in das Pflanzloch eine hochwertige Pflanz-Erde oder eine Mischung aus Pflanz-Erde und Sand. Letzteres ist vor allem bei Steingartenpflanzen, Sukkulenten und alpinen Stauden wichtig, da diese empfindlich auf einen Standort mit Staunässe reagieren. Der richtige Standort ist für die einzelnen Pflanzen der Garant für den Erfolg.

3. Pflanzanleitung

Pflanzschaufel steckt in Erdehügel

Haben Sie die passende Art gefunden, kann mit der Pflanzung begonnen werden:

Zunächst heben Sie ein Pflanzloch aus. Das ist idealerweise doppelt so breit und tief wie der Plastiktopf, in dem sich Ihre Staude befindet. Vor dem Setzen sollte der Wurzelballen gut feucht sein. Die oberirdischen Pflanzenteile können Sie auch eine Handbreit über dem Topf abschneiden, denn zunächst ist das Einwurzeln wichtiger als Wachstum und Blüte.

 
Unser Gärtnertipp:  Stellen Sie die Pflanze für einige Minuten in einen mit Wasser gefüllten Eimer. Sobald keine Luftblasen mehr aufsteigen, kann die Pflanze aus dem Eimer genommen und ausgetopft werden.

Für einen guten Start ist es wichtig, dass Ihre winterharten Stauden mit Nährstoffen versorgt werden. Diese sollten in Form von langsam wirkendem Dünger verabreicht werden. Entweder Sie bereiten Ihr Beet mit Kölle's Beste Stauden-Dünger vor oder Sie geben beim Einpflanzen Kölle Bio Wurzelkraft in das Pflanzloch.

Beachten Sie beim Pflanzen den Abstand der Pflanzen untereinander. Je nach Art beträgt der Pflanzabstand zwischen den Pflanzen 10-20 cm. Solitärpflanzen werden in Abständen bis zu 40 cm gepflanzt. Die Lücken zwischen den winterharten Stauden können Sie im ersten und zweiten Jahr mit einjährigen Sommerblumen füllen. Sobald sich die Großstauden im Boden etabliert haben, entwickeln sie ihre endgültige Größe und ein Zwischenpflanzen entfällt.

Drücken Sie die Staude mit den Händen gut an. So schaffen Sie einen guten Bodenschluss und die Pflanze wurzelt schnell an.

Direkt nach der Pflanzung gießen Sie jede Staude mit 2-3 Liter Wasser an. Dadurch wird die Verbindung der Pflanze und des Bodens gefördert.

Zur Vermeidung von unerwünschtem Unkraut können Sie die frisch gepflanzten Stauden mit etwas Mulch oder Kompost abdecken. Gras ist ungeeignet, denn es würde zur Schimmelbildung kommen. Durch das Mulchen wird besonders auch die Verdunstung reduziert. Am besten wird der Kompost vor dem Winter ausgebracht.

Gießen Sie in den nächsten Wochen nach Bedarf. Wesentlich ist hierbei die Sonneneinstrahlung und der Niederschlag. Bis die winterharten Pflanzen eingewurzelt sind, ist es wichtig, dass bedarfsorientiert gegossen wird. Der richtige Zeitpunkt zum Gießen ist der frühe Vormittag. Vor allem Farn sollte Sie, wie Hortensien und Rhododendron auch, nicht in der prallen Mittagshitze gewässert werden. Ein Verbrennen des Grün wäre die Folge. Achten Sie darauf, dass Sie das Wasser direkt an die Wurzeln geben und die oberirdischen Teile nicht benetzen. Vor allem bei Phlox (Flammenblume) und Delphinium (Rittersporn) ist dies die effektivste Methode pilzliche Krankheiten zu minimieren.

4. Stauden im Garten

Stauden im Garten

Haben sich Ihre Stauden im Garten etabliert, ist es eine Freude, wie robust und pflegeleicht die Schönheiten sind. Wunderbare Ergänzungen sind einjährige Pflanzen, die nicht winterhart sind, oder Zwiebelgewächse. Füllen Sie die Lücken zwischen den Stauden im ersten Jahr doch mit Dahlien, so erzielen Sie schnell und einfach eine flächige Bepflanzung. Bereits nach 2-3 Jahren schließen die meisten Staudenpflanzen die Fläche komplett und der unerwünschte Unkrautbewuchs wird unterdrückt. Eine weitere Möglichkeit bieten Bodendecker. Diese flach wachsende Pflanzen sind oft immergrün und bedecken die Erde, indem sie Ausläufer bilden. Blühend sind Polsterphlox, Mauerpfeffer, Sonnenröschen und viele andere dekorativ und praktisch zugleich. Schneiden Sie diese Bodendecker direkt nach der Blüte kann es zu einer schwächeren Nachblüte kommen. Ein Rückschnitt im Frühling würde bei bei den frühblühenden Sorten den Blütenansatz schädigen. Daher ist hier die Pflege analog der Steingarten Pflege durchzuführen. Bodendecker wie Storchschnabel deren Austrieb im Frühling erfolgt, können nach dem Winter geschnitten werden.


Manche Stauden müssen Sie nie schneiden. Hierzu gehören Pfingstrosen, Tränendes Herz oder Maiglöckchen. Das Grün dieser Gattungen assimiliert über Monate und speichert Energie in den Knollen für die kommende Saison. Entfernen Sie das trockene Laub erst vor dem nächsten Austrieb. Die Speicherorgane dieser Stauden sind winterhart und können ganzjährig im Boden bleiben.

Auf trockenen Böden ist es wichtig, dass Sie in Phasen ohne Niederschlag, ab und zu wässern. Grundsätzlich ist der Aufwand mit Stauden-Pflanzen im Vergleich zu Balkonpflanzen nicht hoch. Vor allem einheimische Stauden kommen mit den klimatischen Gegebenheiten am besten zurecht. Ein weiterer Vorteil der einheimischen Arten ist, dass sie eine wertvolle Nahrungsquelle sind. Mit reichlich Pollen und Nektar dienen sie für lange Zeit Schmetterlingen, Bienen und andere Insekten als Futterpflanze. Erfahren Sie mehr dazu in den Rubriken Bienenstauden und Schmetterlingsstauden.

 

5. Stauden im Topf

Stauden im Topf

Besitzen Sie keinen Garten und möchten trotzdem die Vorteile einer Staudenpflanzung nutzen? Auch auf dem Balkon und der Terrasse machen Stauden eine gute Figur. Mit ausreichend großem Pflanzgefäß und dem entsprechenden Wissen rund um die Bepflanzung fühlen sich viele Stauden auch in Kübeln und großen Töpfen wohl. Blühende Stauden können wie Gehölze in jeder Jahreszeit als Kübelpflanzen fungieren. Wichtig ist, dass die Staudenpflanzen nach der Blüte einen Rückschnitt erfahren und den jeweiligen Bedürfnissen entsprechend pflegen. So wachsen Lavendel bestens am sonnigen Standort und erfreuen mit einer langen Blütezeit. Für halbschattige Stellen sind Funkien oder Farne geeignet als Kübelpflanze. In unserem Berater Kübelgarten erfahren Sie, worauf es bei einer Kübelbepflanzung ankommt.