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Kirschessigfliege an Himbeeren

Kirschessigfliege

Was sind Kirschessigfliegen?

Die Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) stammt ursprünglich aus Asien und wurde nach Europa eingeschleppt. Kirschessigfliegen haben Ähnlichkeit mit den heimischen Fruchtfliegen. Im Larvenstadium befallen sie reife, gesunde Kirschen, Erdbeeren oder Brombeeren. Auch Himbeeren, Heidelbeeren, rote Weintrauben, Pflaumen, Pfirsiche, Aprikosen, Mirabellen und Holunder werden nicht verschont. Die Tiere verpuppen sich nach dem Larvenstadium im Boden und überwintern dort. Daher ist bei optimalen Bedingungen auch im Folgejahr mit einem Befall durch die Kirschessigfliege zu rechnen. 

  • Die erwachsenen Tiere sind ca. 2 bis 3 mm groß, haben rote Augen und eine gelb-bräunliche Körperzeichnung. Am hinteren Flügelende sind die charakteristischen, dunklen Flecken zu sehen, diese Zeichnung besitzen die herkömmlichen Fruchtfliegen nicht. 
  • Die Weibchen ähneln der heimischen Essigfliege. Letztere befällt nur überreifes und faulendes Obst, der neue Schädling dagegen befällt gesunde, heranreifende Früchte. 
  • Mit ihrer invasiven Verbreitung ist die kleine Fliegenart als äußerst problematisch zu sehen und ohne natürliche Gegenspieler verbreitet sie sich bei idealen Bedingungen sehr schnell
  • Kirschessigfliegen bedrohen regelrecht die Beerenernte im Hausgarten und im Weinbau. Es kann sogar zum Totalausfall kommen.

Wissensfakt: Kirschessigfliegen legen ihre Eier in gesunde, heranreifende Früchte ab. Das ist der wesentliche Unterschied zu den herkömmlichen Fruchtfliegen, die vor allem an überreifen Früchten zu finden sind.

Schadbild Kirschessigfliege

  • Der gefürchtete Schädling durchdringt mit seinem Raspelapparat die intakte Fruchthaut und legt seine Eier in den heranreifenden Früchten ab. Die Maden wachsen darin heran und vernichten so die Früchte, bevor sie reif für die Ernte sind. 
  • Ein Weibchen kann 300 bis 600 Eier legen, somit verbreitet sich der Schädling in rasantem Tempo. 
  • Bereits nach ein bis drei Tagen schlüpfen die Larven und beginnen als Maden das Innere der Frucht zu fressen. Nach einer Entwicklungszeit von etwa 1 Woche verpuppen sich die Larven und nach weiteren 1 bis 2 Wochen schlüpft die nächste Generation. Somit sind in einem Sommer mehrere Generationen an Kirschessigfliegen möglich. 
  • Befallene Früchte sind an Einstichstellen zu erkennen, schmecken nach Essig und sind schnell matschig und ungenießbar
  • Brombeeren mit Kirschessigfliegenbefall faulen sehr schnell. 
  • Bei allen Obstarten, die durch die Kirschessigfliege befallen werden, kann es bis zum Totalausfall kommen.

Vorbeugung gegen Kirschessigfliege

Für den Haus- und Kleingarten gibt es keine zugelassenen Pflanzenschutzmittel, daher sind vorbeugende Maßnahmen sehr wichtig. 

Kirschessigfliegenbefall vorbeugen: 

  • Lockerer Aufbau der Pflanzen, z. B. Spindelerziehung bei Beerenobst. Somit trocknen die Früchte schneller ab und die Bedingungen für die Kirschessigfliege verschlechtern sich. 
  • Auslichten der Traubenzone bei Tafeltrauben. Hierbei werden Blätter entfernt, so dass die Trauben frei hängen. 
  • Regelmäßiges Mulchen oder Auslegen von schwarzer Mulchfolie am Boden. 
  • Mit Gelbtafeln lassen sich Schädlinge einfangen. Idealerweise werden die mit Leim bestrichenen gelben Tafeln beim Fruchtansatz ausgehängt. Regelmäßiges Auswechseln der Tafeln steigert die Wirkung. 
  • Vorbeugende Spritzungen mit Kölle Bio Pflanzenkur und Kölle Bio Powerdünger fördern die Vitalität der Pflanzen, während die enthaltenen Duftstoffe wie z. B. Knoblauch die Fliegen verwirren. Mehrjährige Erfahrungen zeigen, dass die Früchte nicht so leicht gefunden werden und somit nicht so stark betroffen sind. 
  • Auch Netze mit einer Maschenweite von 0,8 mm schützen die Früchte. Nur durch die verminderte Einwanderung der Fliegen können Sie Ihre Früchte sicher schützen. 
  • Bei Tafeltrauben können zudem Organzabeutel zum Schutz der einzelnen Früchte verwendet werden. 
  • Achten Sie bei der Sortenwahl auf früh reifende Sorten. Vor allem bei Himbeeren können Sie so einen Totalausfall durch die Kirschessigfliege minimieren. 
  • Im Hausgarten können Flaschen mit diversen Mischungen zum Abfangen der Kirschessigfliege aufgehängt werden.

Profitipp: Bei erstem Befall sollten Sie die befallenen Früchte direkt aus dem Garten entfernen und über die Biotonne entsorgen. Eine Bekämpfung der Kirschessigfliege ist nicht möglich. Daher ist es wichtig, dass Sie entsprechende Maßnahmen vorab ergreifen, um ein Befall durch die Kirschessigfliege zu vermeiden.

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