Pflanzen mit Liebe

Die 10 wichtigsten Fragen zum Thema Aussaat

Mit einem Aussaatkalender verpassen Sie den richtigen Zeitpunkt für die Aussaat nicht. Doch dass sich aus Samen kräftige Pflanzen entwickeln bedarf etwas Fingerspitzengefühl und das richtige Zubehör. Unseren Profi-Tipps geben Ihnen die Antworten auf die 10 wichtigsten Fragen rund um das Thema Aussaat.
 

Erfahren Sie wie aus Samen kräftige Jungpflanzen werden

Wann Sie mit der Aussaat beginnen können, hängt wesentlich von der Pflanzenart ab. Beim Blick in den Aussaatkalender sehen Sie jedoch, dass es in jedem Monat etwas auszusäen gibt. Kräftige Pflanzware aus eigener Aufzucht ist eines der vielen Ergebnisse, die ein Hobbygärtner zu schätzen weiß. Es ist auch immer wieder ein faszinierendes Erlebnis, die Entwicklung vom Samenkorn zur fertigen Pflanze zu erleben. Doch wie säen Sie richtig aus, welche Temperaturen sind wichtig und welche Faktoren sollten Sie für eine erfolgreiche Anzucht beachten? Mit dem richtigen Wissen rund um die Vielfalt an Sämereien gelingt Ihnen die Anzucht spielend leicht. Erfahren Sie nachfolgend, wie aus Samen kräftige Pflanzen werden und welche Fachbegriffe es rund um das Thema Aussaat zu wissen gilt.

Die fünf wichtigsten Wachstumsfaktoren:Die fuenf bedeutendsten Wachstumsfaktoren bei der Aussaat

 

Wozu gibt es einen Aussaatkalender?

Je nach Jahreszeit können Sie unterschiedliche Pflanzensamen aussäen. Damit Sie immer die richtige Zeit zum Aussäen wissen, erleichtert der Aussaatkalender den Überblick und zeigt, ob eine Direktsaat oder eine Vorkultur zu empfehlen ist.

Paprikasämlinge in Vorkultur, im Geäß

Was bedeutet Vorkultur?

Manche Samen benötigen zum erfolgreichen Keimen gleichmäßig warme Bedingungen. Diese können Sie nur auf der Fensterbank, im Frühbeet oder im Gewächshaus gewährleisten. Eine Aussaat direkt im Freiland würde zu einem schlechten Keimerfolg führen. Daher ist die sogenannte Vorkultur für wärmeliebende Pflanzen wie beispielsweise Tomaten, Paprika, Gurken, Auberginen und Sommerblumen die beste Möglichkeit, kräftige Jungpflanzen heranzuziehen. Vorkultur bedeutet also Vorziehen von Pflanzen auf der Fensterbank. Hierbei säen Sie Blumen oder Gemüse wie Tomaten in Pflanzschalen oder direkt in Töpfe im Haus und decken diese mit Folie ab. Regelmäßiges Besprühen der Erde ist eine wesentliche Voraussetzung für den Beginn der Keimung. Sobald die Samen keimen, können Sie die Jungware im Haus etwas kühler stellen. Mit einer Vorkultur erhalten Sie starke Pflanzware, die zu reichen Ernten führt. Für bestimmte Pflanzenarten ist die Vegetationsperiode im Freien zu kurz, um mittels Direktaussaat gute Erträge zu erzielen.

Wann ist eine Direktsaat sinnvoll?

Unempfindlichere Samen können Sie direkt in den Boden säen. Wichtig ist, dass Sie nicht zu früh aussäen, denn der Erfolg Ihrer Pflanzenanzucht hängt wesentlich von den optimalen Bedingungen ab. Dies bedeutet, dass die Erde abgetrocknet und feinkrümelig sein sollte. Auch zu tiefe Temperaturen in der Nacht können ein gleichmäßiges Keimen verhindern. Zur direkten Aussaat in das Gartenbeet sind beispielsweise Kapuzinerkresse, Radieschen, Möhren, Erbsen, Bohnen, Rote Bete, Spinat oder Feldsalat geeignet. Bei Bedarf können Sie zu dicht stehende Sämlinge noch ausdünnen.

Bohnen in Direktsaat

Was benötige ich zur Aussaat?

Neben dem Saatgut sollten Sie folgende Materialien für die Aussaat vorrätig haben:
• Anzucht-Schalen, flache Gefäße, Pflanzschalen
• hochwertige Anzucht-Erde
• feinen Sand
• Wassersprüher
• Töpfe
• Pikierstab
• Etiketten zum Markieren der Sämereien
• Zimmergewächshaus

Sofern Sie kein Zimmergewächshaus haben, ist es auch möglich, die Aussaaten mit einer Frischhaltefolie abzudecken. So erhöhen Sie die Luftfeuchtigkeit und der Samen keimt schneller.  Wichtig hierbei ist, dass Sie die Folie regelmäßig zum Lüften abnehmen und sie komplett entfernen, sobald der Samen gekeimt ist. Ein Befeuchten der jungen Pflanzen mit dem Wassersprüher fördert die Vitalität der Pflanzen.

Materialien zur Aussaat auf der Fensterbank, Sprühflasche

Welche Erde benötige ich zur Aussaat?

Verwenden Sie bei der Aussaat in Vorkultur grundsätzlich spezielle Anzucht-Erde. Durch die lockere und luftdurchlässige Struktur dieser Erde wird die Keimung optimiert und Staunässe verhindert. Mit einem geringen Gehalt an Nährstoffen ist die Spezialerde bestens für Aussaaten und Stecklingsvermehrung geeignet. Zudem ist Anzucht-Erde frei von Unkrautsamen und Krankheitserregern und die Sämlinge erhalten die besten Startbedingungen.

Bei Direktaussaat im Freiland verteilen Sie eine 3-4 cm hohe Schicht mit Aussaat-Erde auf die vorbereiteten Beete, ziehen die Saatrillen und geben den Samen in die Kultur-Erde.

Welche Faktoren sind wichtig für eine erfolgreiche Sämlingsanzucht?

• Der richtige Zeitpunkt für die Aussaat
• ausreichende Lichtmenge
• Qualitäts-Saatgut mit guter Keimfähigkeit
• hochwertige Aussaat-Erde
• korrekte Saattiefe
• optimale Temperatur für die Keimung
• gleichmäßige Wasserversorgung der Aussaaten 

Wie tief wird der Samen ausgesät?

Die Saattiefe richtet sich grundsätzlich nach der Pflanzenart. Größere Samen wie beispielsweise die von Erbsen oder Bohnen werden ca. 2 cm tief ausgesät. Feine Samen wie die von Möhren werden nur 0,5 cm tief in den Boden gegeben.

Als Grundregel gilt: Die optimale Aussaattiefe ist immer die doppelte Saatgutstärke.

 
Unser Gärtnertipp:  Mischen Sie feinen Samen mit etwas trockenem Sand oder Sägemehl. Somit erzielen Sie eine gleichmäßige Ausbringung des Saatgutes.

 

Was sind Lichtkeimer?

Für einige Samen ist es wichtig, dass sie nicht mit Erde bedeckt sind, denn sie benötigen zum Keimen Licht. Der Samen wird nur auf die Anzucht-Erde gegeben und mit einem Holzstück angedrückt. Bei der Saat im Freiland wird ebenso vorgegangen. Hier ist es besonders wichtig, dass die Erde im Garten feinkrümelig ist. Bekannte Vertreter der Gruppe der Lichtkeimer sind Vergissmeinnicht, Sonnenhut, Möhren, Kopfsalat, Dill, Bohnenkraut, Majoran und Salbei.

Vereinzeln/Pikieren von Sämlingen

Was ist pikieren?

Bei erfolgreicher Keimung stehen die Sämlinge dicht an dicht. Für ein zügiges Wachstum ist es wichtig, dass die jungen Pflanzen vereinzelt werden. Dazu nehmen Sie die Sämlinge vorsichtig auseinander und pflanzen die kleinen Pflanzen einzeln in kleine Töpfe oder sogenannte Jiffys. Die komprimierten Quelltöpfe sind praktische Hilfsmittel für die Pflanzenanzucht zuhause. Grundsätzlich gilt, dass durch ein Pikieren die Pflanzen mehr Abstand erhalten, die Wurzeln sich besser verzweigen und so einen kräftigen Wurzelballen entwickeln. Dies ist die beste Voraussetzung für eine kräftige Pflanzware.

Was versteht man unter dem Begriff "Abhärten"?

Bereits wenige Tage nach dem Pikieren etablieren sich die jungen Pflanzen in ihren neuen Gefäßen. Nach weiteren 2-3 Wochen haben sich aus den Sämlingen kräftige Pflanzen entwickelt. Nun können Sie die Pflanzware an einen kühleren Ort mit 10-15 °C stellen. Ausreichend Licht ist jedoch wichtig. Dieses schrittweise Angewöhnen an die Freilandbedingungen wird als Abhärten bezeichnet. Stellen Sie Ihre Pflanzware an Tagen mit Temperaturen über 15 °C an einen schattigen und windgeschützten Platz im Freien. Idealerweise werden die Pflanzen über Nacht noch im Haus aufgestellt. Diese Übergangsphase stärkt die selbstgezogenen Schätze und fördert die Widerstandskraft gegenüber den Freilandbedingungen.

Tomatenpflanzen fertig zum Auspflanzen im Freiland

 
Unser Gärtnertipp:  Abhärten von Sämlingen kann idealerweise auch in Hochbeeten oder Frühbeeten mit Abdeckung erfolgen. Auch hier ist es wichtig, dass Sie Ihre Jungpflanzen vor zu starker Sonneneinstrahlung schützen.

 

Die Anzucht von Pflanzen aus Samen ist ein faszinierendes Erlebnis. Ideal auch für Kinder, um den Weg vom Samenkorn bis zur Ernte von Gemüse zu erleben. Immer mehr Menschen schätzen auch in der Stadt den Anbau von Gemüse und staunen über eine üppige Ernte. Lesen Sie dazu mehr in unserem Blog Urban Gardening. Überraschen Sie doch Ihre Freunde oder Nachbarn mit einer Auswahl an Saatgut - ein Geschenk, welches nachhaltig Freude macht und lange in Erinnerung bleibt.