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Himbeeren pflanzen, pflegen und ernten - Tipps zu Rubus idaeus

Himbeeren
Inhaltsverzeichnis

Wissenswertes über Himbeeren

Botanischer Name:Rubus idaeus
Weitere Namen:Hohlbeere, Himpelbeere, Beere der Hirschkuh, Raspberry
Verwendung:Sofortverzehr und Verarbeitung, Bienenweide, Saftgewinnung, Blätter für Tee, Kübelpflanze, fürs Hochbeet
Herkunft:Europa
Blütezeit:je nach Sorte von Mai bis Juni, creme-weiß
Erntezeit:je nach Art von Juni bis Oktober
Besonderheiten:Naschen Sie direkt vom Strauch und erhalten so das Maximum an Vitaminen. Als Rarität sind Pflanzen mit gelben oder schwarzen Früchten erhältlich. Himbeeren bilden Ausläufer. Ist die Bildung der Ausläufer nicht erwünscht hilft eine Wurzelsperre. 

 

Himbeeren gehören wie Brombeeren zu den Rosengewächsen und sind winterharte Pflanzen, die strauchartig wachsen. Mit feinem Aroma und saftigem Geschmack ist das Obst neben Erdbeeren eines der beliebtesten Früchte überhaupt. Botanisch gesehen ist die Himbeere eine sogenannte Sammelsteinfrucht, die sich aus 20 bis 30 Einzelbeeren zusammensetzt. Der Anbau ist recht einfach, die Pflege gering und die Erträge können beachtlich sein.

Mit einer langen Blütezeit von 4 bis 5 Wochen sind die Sträucher wichtige Trachtpflanzen und somit wertvoll für Bienen und andere Insekten. Himbeerblätter sind eine wertvolle Nahrungsquelle für über 50 verschiedene Schmetterlingsraupen. Wichtig sind die Wahl des passenden Standortes und eine sorgfältige Pflanzung. Ursprünglich stammen die Kultursorten von der europäischen Waldhimbeere ab. Dieses kleine, säuerliche Obst wurde bereits im Mittelalter in Klostergärten kultiviert. Heute wird nach dem Reifezeitpunkt in Sommerhimbeere und Herbsthimbeere unterschieden. Alle beiden Gruppen enthalten Provitamin A, B-Vitamine, Vitamin C sowie die Mineralstoffe Kalium, Magnesium, Kalzium und Eisen. Am besten schmecken die Beeren frisch im Garten vom Strauch als Naschobst, jedoch auch als Marmelade, für Kuchen und Süßspeisen lassen Himbeeren keinen Wunsch offen und eine Vielzahl an Rezepten lädt zum Ausprobieren ein. Auch schwarze oder gelbe Himbeeren sind eine Bereicherung im eigenen Garten und in der Küche.

Himbeeren pflegen

Grundsätzlich ist das beliebte Beerenobst einfach zu pflegen. Außer dem Schnitt, der Düngung und der gleichmäßigen Bodenfeuchtigkeit ist nur ein Anbinden nötig. Am einfachsten ist der Anbau mit Hilfe einer Rankhilfe, die aus zwei Pfählen und dazwischen gespannten Drähten besteht. So können lange Triebe fixiert werden und das Beeren ernten ist leicht, da Sie sich weniger bücken müssen. Vor allem bei Sommerhimbeeren empfiehlt sich die Spalieranlage. Herbsthimbeeren sind meist kompakter im Wuchs und daher ist der Anbau auch ohne Rankhilfe möglich, jedoch ist das Wuchsverhalten von der Sorte abhängig.

Himbeerpflanze Standort

Der richtige Standort für alle Himbeerarten ist ein windgeschützter Platz in sonniger Lage, halbschattig ist auch noch möglich. Stauende Hitze, starker Wind und Staunässe werden nicht toleriert. Ferner ist der Boden ein wichtiger Faktor beim Himbeeranbau. Optimal ist ein humoser Standort, der gut Feuchtigkeit und Nährstoffe speichern kann und einen pH-Wert von 5,5 bis 6,5 aufweist. Auf leichte Sandböden muss bei der Pflanzung mit viel hochwertiger Pflanzerde gearbeitet werden. Da Himbeeren Flachwurzler sind, sollten Sie auf eine Unterbepflanzung verzichten und so wenig wie möglich hacken. Ein regelmäßiges Mulchen mit reifem Kompost oder Mulch fördert das Bodenleben, unterdrückt den Bewuchs mit Unkraut und hält die Bodenfeuchtigkeit. 

Unser Gärtnertipp: Ausgewählte Sorten eigenen sich auch für große Kübel oder Hochbeete, so können Sie den Anbau auf Balkon und Terrasse genießen. Wichtig ist, dass den Himbeerpflanzen in den Gefäßen mindestens 20 bis 30 Liter Erdvolumen zur Verfügung steht.

Christian Wenk
Unser Experte für Gehölze & Obst

Himbeeren gießen

Das edle Beerenobst bildet flache Wurzeln und reagiert sehr empfindlich auf Trockenheit und stauende Nässe. Staunässe schädigt die Wurzeln, bei Trockenheit kümmern die Pflanzen und bilden weniger Blüten. Daher ist ein Wässern nur in Phasen ohne Niederschlag notwendig. Hierbei ist es wichtig, dass Sie pro Pflanze 5 bis 10 Liter Wasser verwenden und die Erde bis zum nächsten Gießen gut abtrocknet. Grundsätzlich empfiehlt es sich am Morgen zu Wässern und nicht über das Laub zu sprengen. Bewährt hat sich ein Mulchen bei Himbeersträuchern, so wird der Boden gleichmäßig feucht gehalten, das Bodenleben aktiviert und Nährstoffe werden zur Verfügung gestellt. Himbeeren in Kübeln benötigen dringend eine Drainageschicht am Topfboden, sodass es nie zu Staunässe kommt. Beim Gießen der Topfkultur ist besonders Fingerspitzengefühl erforderlich.

Himbeeren düngen

Himbeeren sind genügsame Sträucher, aber durch ein gutes Nährstoffangebot werden Menge und Größe der Früchte positiv beeinflusst. Starten Sie im Frühling mit der ersten Düngung mit einem speziellen Beerendünger. Durch diesen Dünger fördern Sie mit wichtigen Nährstoffen den Austrieb und den Blütenansatz. Wichtig für die Wirksamkeit des mineralisch-organischen Spezialdüngers ist eine gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit. Ist er zu trocken, kann der Dünger nicht richtig wirken. Das zweite Düngen erfolgt nach der Ernte zur Förderung der neuen Triebe und Stärkung der Pflanzen. Diese Nachdüngung kann mit Bio Naturdünger erfolgen, einem organischen Spezialdünger, der die Humusbildung und das Bodenleben nachhaltig anregt und fördert. Düngen Sie spätestens Ende Juli, so können die Nährstoffe noch wirken und die Gehölze sind im Herbst gut ausgereift und nicht zu wüchsig. Vor dem Winter können Sie den Boden noch mit gut ausgereiftem Kompost bedecken, so wird das Bodenleben aktiviert und die Wurzeln sind besser vor Frost geschützt. Als natürlicher Dünger kann im Herbst auch Pferdemist ausgebracht werden, dieser wärmt und zersetzt sich bis zum nächsten Sommer. Kümmern die Pflanzen, müssen Sie die Himbeeren düngen und wie bei anderen Pflanzen zeigt sich bald der Erfolg mit Zuwuchs und großen Früchten.

Düngekalender
Gartendünger

Himbeerpflanze schneiden

Der Rückschnitt der Himbeerpflanzen ist wesentlich für den Behang. Beim Schneiden wird zwischen den Arten unterschieden:

Sommerhimbeeren schneiden

In dieser Gruppe erfolgt der Schnitt direkt nach der Ernte. Schneiden Sie die abgeernteten, letztjährigen Triebe bodeneben ab und entfernen diese aus dem Bestand. Die neuen (einjährigen) Triebe belassen Sie als sogenannte Tragruten für das nächste Jahr an der Pflanze. Fruchttriebe tragen nur in einer Saison. Erfolgt kein Rückschnitt, wird die Pflanze durch zu viel altes Holz zu dicht und leidet. Schneiden Sie zu viel (neue, grüne Triebe die frisch gebildet wurden) so warten Sie im kommenden Jahr vergeblich auf süße Früchte.

Unser Gärtnerwissen: Zweijährige Ruten nennt man das Holz, an dem Beeren gewachsen sind. Sie sind dunkler in der Farbe als die frischgrünen einjährigen jungen Ruten. Leicht fruchtet das Obstgehölz bei richtiger Pflege und regelmäßigem Schnitt, daher ist es wichtig, dass Sie die alten Ruten abschneiden.

Herbsthimbeeren schneiden

Der Schnitt von Herbsthimbeeren kann im November oder im Frühling erfolgen. Hierbei schneiden Sie mit einer scharfen Schere die abgetragenen Ruten bodennah ab und entfernen die Triebe komplett. Förderlich ist ein Pflegedurchgang mit leichtem Auflockern des Bodens und Ausbringen einer dünnen Mulchschicht. Kompost dient als organischer Dünger und fördert die Vitalität der Beerensträucher. Werden Herbsthimbeeren nicht geschnitten, tragen sie im kommenden Jahr nur eine kleine Menge an Früchten. Der Schnitt ist daher sehr bedeutend für die Erntemenge und die Pflanzenvitalität.

Himbeersträucher pflanzen

Erfahren Sie alles rund um das Thema Himbeeren pflanzen, die richtige Pflanzzeit und mögliche Pflanzpartner.

Wann ist die beste Pflanzzeit für Himbeeren?

Optimal ist es, wenn Sie Himbeeren im Spätsommer oder frühen Herbst pflanzen. Falls Sie die beste Pflanzzeit für Himbeeren verpasst haben, können Sie das beliebte Beerenobst im Frühling pflanzen.

Himbeeren im Topf sind meist gut durchwurzelt und wachsen bei optimalen Bedingungen rasch an. Bei einer Pflanzung im Sommer ist die Pflege etwas aufwändiger und die erste Ernte gering.

Daher ist es ratsam, Himbeeren in Phasen zu pflanzen, in denen sie wenig Laub haben und gut Wurzeln bilden können. Jedoch können Sie, sofern der Boden nicht gefroren ist, das ganze Jahr über Himbeeren pflanzen. Direkt nach der Pflanzung der Himbeeren ist es wichtig, dass der Boden nicht austrocknet, jedoch auch nie Staunässe vorherrscht.

Welche Pflanzpartner passen zur Himbeere?

Himbeeren wachsen am besten an einer sonnigen, warmen und windgeschützten Stelle. Als Dauerkultur stehen Himbeeren relativ lange Zeit an derselben Stelle. Gut bewährt hat sich eine Mischkultur mit Himbeeren und Gemüsepflanzen.

Achten Sie bei den Pflanzpartnern für Himbeeren darauf, dass die Pflanzen nicht zu stark wurzeln. Als mögliche Partner für Himbeeren können Sie Knoblauch, Buschbohnen, Zwiebeln, Tagetes oder Ringelblumen pflanzen. Diese einjährigen Pflanzpartner sind für Himbeeren passend, teilweise fördern Sie die Vitalität der Beerensträucher. Himbeeren sind Flachwurzler, die ihre Wurzeln nah an der Erdoberfläche ausbreiten, daher ist es wichtig, dass Sie den Boden wenig bearbeiten.

Schlechte Pflanzpartner für Himbeeren sind Auberginen, Erdbeeren, Kartoffeln, Paprika und Tomaten. Diese Pflanzen fördern die an Himbeeren gefürchtete Verticillium-Welke. Bei Pflanzung an Spalieranlagen können Himbeeren mit Brombeeren kombiniert werden. Beide Beerenobstarten haben ähnliche Ansprüche an den Boden und sind vom Wuchscharakter identisch. Weiter können Gründüngungspflanzen wie Senf, Wicken oder Süßlupinen gute Partner für Himbeeren sein. Die Unterpflanzung dient dem Verdunstungsschutz und steigert den Humusgehalt nachhaltig. Ab dem 2. Standjahr haben Himbeeren ausreichend Blattmasse und eine Vielzahl an Trieben, da entfällt die Einsaat mit Gründung.

Benötigen Himbeeren eine Rankhilfe?

Himbeeren wachsen je nach Typ und Sorte unterschiedlich. Grundsätzlich hilft eine Rankhilfe oder Spalieranlage bei der Pflege und Ernte. Ohne Rankhilfe kommt es bei Himbeeren leicht zum Bruch oder die schlanken Triebe sind bei gutem Ansatz im Sommer gebogen und die Ernte ist mühsamer. Rankhilfen bei Himbeeren dienen der Stabilität, aber auch der Pflanzenvitalität.

3 Gründe für Rankhilfen bei Himbeeren:

  • Himbeerruten brechen nicht so leicht ab.
  • Die Triebe sind senkrecht angeordnet und können ungestört wachsen.
  • Die Früchte liegen nicht am Boden und Schimmelbildung wird vermieden.

Die Pflanzung von Himbeeren an Hauswänden oder Mauern kommt sehr selten vor. Am besten ist eine Reihenpflanzung mit einer Spalieranlage. Einzelpflanzen sollten Sie durch Stäbe unterstützen. Durch die Rankhilfen können die Himbeerranken an Drähten fixiert werden. Eine Spalieranlage für Himbeeren besteht aus 2 Pfählen und 3 waagrechten Drähten dazwischen. Teilweise haben Spalieranlagen für Himbeeren auch jeweils 2 Drähte, hier können die Himbeerruten mittig stehen und bei Bedarf an den Drähten befestigt werden. Spalieranlagen für Himbeeren werden stabiler, wenn beim Bau Vierkanthölzer verwendet werden. Grundsätzlich kann Holz oder Metall als Material für Spalieranlagen bei Himbeeren verwendet werden. Als Richtwert ist eine Höhe von 1,80 m ideal, je nach Himbeersorte wachsen die Ruten zwischen 1,2 und 2 Meter. Der erste Draht wird auf einer Höhe von 50 cm gespannt, die darüber liegenden Drähte folgen im Abstand von 30 bis 40 cm. Durch die waagerechten Drähte der Spalieranlage wird sichergestellt, dass die Himbeerranken gut befestigt werden können.