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Zitronenmelisse pflegen, pflanzen, gießen und düngen - Tipps zu Melissa officinalis L.

Zitronenmelisse
Inhaltsverzeichnis

Wissenswertes über Zitronenmelisse

Botanischer Name:
Melissa officinalis L.
Weitere Namen:

Melisse, Honigblume, Immenblume, Herztrost, Zitronenkraut

Verwendung:

mehrjährige Staude, für Tee, Badezusätze, kalte Getränke, Süßspeisen, Salate, Fischgerichte und Soßen zu Spargel oder Kartoffeln

Herkunft:

östliches Mittelmeer

Blütezeit:

Juni bis Juli

Blütefarben:

weiß-rosa

Besonderheiten:

der zitronenartige Geruch der grünen Blätter fasziniert, begehrte Nahrungspflanze für viele Insekten, charakteristische vierkantige Stängel wie die meisten Lippenblütler (Lamiaceae), winterhart, ideal auch für den Balkon


Zitronenmelisse ist ein Klassiker, der in keinem Kräutergarten fehlen sollte. Das intensiv duftende Kraut ist pflegeleicht und eignet sich auch für große Töpfe oder Balkonkästen. Der intensive Zitronenduft gibt der mehrjährigen Pflanze seinen Namen. Ohne große Pflege können Sie Melissen im Freien überwintern, denn die Art gehört zu den robusten und winterharten Kräutern. Mit ihrem charakteristischen Duft sind die Blätter prädestiniert für den Frischverbrauch, aber auch getrocknet ist die Melisse intensiv im Geschmack. Die duftende Pflanze erblüht im Juli und August und kann nach dem Winter ab dem Austrieb im Mai bis lange in den Herbst geerntet werden. Ohne Rückschnitt kommen ab Juni eine Vielzahl an weißen Blüten, die von Bienen und anderen Insekten eifrig besucht werden. Daher resultiert auch der Name Honigblume.

Zitronenmelisse pflegen

Für einen buschigen Wuchs ist ein regelmäßiger Schnitt wichtig. Auch wenn keine Blätter verwertet werden, empfiehlt es sich, ab und zu, die langen Triebe zurückzuschneiden. So verzweigt sich die Pflanze gut und es wachsen zarte Neutriebe nach. Ein Rückschnitt im Herbst ist nicht notwendig, denn die Triebe dienen als natürlicher Winterschutz. Idealerweise entfernen Sie das Laub im zeitigen Frühjahr. Bei starkem Frost können Sie zum Schutz etwas Reisig über das Kraut legen.

Hinweis: Zitronenmelisse bildet Rhizome und Ausläufer und breitet sich bei guten Bedingungen aus. Da sie zur Gruppe der Flachwurzler gehört, sollten Sie mit Bedacht hacken.

Zitronenmelisse Standort

Melissa officinalis bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort mit humosem, durchlässigem Boden. Je sonniger das duftende Gewächs im eigenen Garten steht, desto intensiver ist der namensgebende Duft. Kurze, trockene Phasen toleriert die duftende Melisse, dennoch sollte der Boden nicht zu stark austrocknen. Der ideale Standort hat einen pH-Wert von 6. In Kräuterspiralen erfolgt der Zitronenmelisse Anbau im unteren, feuchten Bereich, stauende Nässe sollte aber vermieden werdenKurzfristig kann die winterharte Melisse auch als Zimmerpflanze im Haus stehen und beerntet werden. Die Inhaltsstoffe sind im Haus jedoch etwas geringer dosiert. Optimal eignet sich Melisse für große KübelBalkonkästen oder ein Hochbeet und kann so auch ohne Garten kultiviert werden. Bis lange in den Herbst können einzelne Blätter für die Zubereitung von Tee und ähnlichem gewonnen werden. Die Gefäße stehen ganzjährig im Freien. Achten Sie darauf, dass der Boden immer leicht feucht ist. Im nächsten Jahr treibt ab März neues Laub.

Melisse gießen

Im ersten Jahr nach der Pflanzung ist es wichtig, dass Sie Ihre Melisse bedarfsgerecht gießen. Das bedeutet, dass Sie das Kraut in Phasen ohne Niederschlag 1 bis 2-mal in der Woche mit 3 bis 5 Liter Wasser gießen. So entwickelt sich die Aromapflanze schnell zu einer robusten Pflanze. Hat sich das Kraut an den Standort angepasst, ist ein Wässern meist nicht mehr notwendig.

Zitronenmelisse pflanzen

Melissa officinalis ist anspruchslos und benötigt kaum Pflege. Ist der Standort hell und ohne Wurzeldruck großer Gewächse, entfaltet sich die Staude bestens. Auf humusreichem Boden fühlt sich das altbekannte Kraut sehr wohl, Staunässe wird nicht toleriert. Für ein gutes Anwachsen geben Sie bei der Pflanzung hochwertige Pflanzerde in das Pflanzloch. Mit einer Gabe Naturdünger fördern Sie das Anwachsen und das Bodenleben. Verzichten Sie auf den Einsatz von mineralischem Dünger. Kompost oder organischer Dünger sind ausreichend.

Melissa officinalis ernten & verwerten

Ernten

Zitronenmelisse ist eine der wüchsigsten Kräuterarten überhaupt, einfach zu überwintern und kontinuierlich im Sommer zu ernten. Die ersten Blätter können direkt beim Austrieb im Frühling geerntet werden. An einem guten Standort und bei idealen Witterungsbedingungen können Sie solange die Blätter wachsen bis in den Herbst hinein ernten. Der Gehalt an Inhaltsstoffen ist am höchsten, wenn Sie am späten Vormittagernten und frisch verwerten. Schneiden Sie die Triebe mit einer Schere ab und verwenden Sie die Blätter direkt, denn das einmalige Aroma verflüchtigt sich rasch. Bei Ernteüberschuss können Sie Melissa officinalis bestens konservieren und so im Winter die getrockneten Melissenblätter genießen.

Verwerten

Die aromatischen Blätter der Pflanze, können Sie grob zerkleinern und zu frischen Sommersalaten geben. Außerdem eignen sich die hellgrünen Blätter als delikate Garnierung für Desserts und Sommerbowlen. Melisse verfügt über eine Vielzahl an Wirkstoffen, die auch im Tee noch erhalten bleiben. Das ätherische Öl als Inhaltsstoff in den Melissenblättern setzt sich aus den Substanzen Citral, Geranial, Neral und Citronelle zusammen. Diese Stoffe sind verantwortlich, dass der Duft an Zitrone erinnert. Interessante Teemischungen ergeben sich in Kombination mit Pfefferminzblättern, Kamillenblüten oder Thymianzweigen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, probieren und genießen Sie die Vielfalt rund um die Verwendung der Melisse. Probieren Sie ein Bad im Zitronenaroma oder getrocknete Blätter im Kräuterkissen! Die Pflanze lässt sich wunderbar konservieren und vielseitig verwenden. Auch mit vielen anderen Kräutern können wohlriechende Kräuterschätze hergestellt werden.

Zitronenmelisse Anzucht

Melissa kann als Pflanze gekauft, durch Teilung vermehrt oder durch Anzucht mit Samen kultiviert werden. Das Saatgut wird im Frühling in sogenannter Vorkultur ausgesät und benötigt zur Keimung Temperaturen von 16 bis 20 °C. Wichtig ist, dass Sie den Samen nicht mit Erde bedecken, denn Melisse gehört zur Gruppe der sogenannten Lichtkeimer. Die Anzuchtschalen oder Töpfe mit Anzuchterde sollten an einem hellen, warmen Platz stehen und nach 10 bis 14 Tagen sind bereits die ersten Keimlinge sichtbar. Nach weiteren 2 bis 3 Wochen können Sie die Jungpflanzen pikieren. Hierbei pflanzen Sie jeweils mehrere Jungpflanzen in einen größeren Topf. Bei optimalen Kulturbedingungen entwickeln sich die Kräuter innerhalb von 4 bis 6 Wochen und können ab Mitte Mai im Freiland gepflanzt werden.

Jan.Feb.MärzAprilMaiJuniJuliAug.Sep.Okt.Nov.Dez.
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Aussaatkalender für Kräuter
Kleine Kräuter in Anzuchttöpfen, Gartenhandschuhe und Gartengeräte

Zitronenmelisse Schädlinge & Krankheiten

Das Kraut ist mit seinem Zitronenduft äußerst robust und wird sehr selten von schädigenden Insekten, Raupen oder Krankheiten befallen. Wichtig ist, dass das Gartenkraut am optimalen Standort gepflanzt und Staunässe vermieden wird. Mögliche Probleme können sein:

Echter Mehltau

Echter Mehltau tritt vor allem bei warmen, trockenen Temperaturen auf und befällt bevorzugt die Blattoberfläche und die Stiele. Der weiße Belag ist abwischbar und breitet sich bei optimalen Bedingungen schnell aus. Schneiden Sie großzügig zurück und führen Sie eine Behandlung mit Bio Aktivmittel für mehltau- und pilzanfällige Pflanzen durch. Spezielle Pflanzenextrakte stärken die Zellwände und verhindern dadurch einen erneuten Befall. Besprühen Sie die Pflanze wöchentlich tropfnass.

Rost

Mit braunroten Flecken auf den Blättern werden die Pflanzen für den Verzehr unbrauchbar. Besonders häufig tritt diese pilzliche Erkrankung in sehr feuchten Sommern auf. Am besten schneiden Sie die Pflanzen zurück und führen eine Behandlung mit Bio Aktivmittel für mehltau- und pilzanfällige Pflanzen durch.

Blattläuse

Zunächst ist ein Befall mit Blattläusen an den Spitzen zu erkennen. Meist tritt ein Läusebefall im Zimmer in der lichtarmen Zeit auf. Schneiden Sie die Pflanze zurück und entsorgen Sie die befallenen Triebe. Stärken Sie die Würzpflanze mit Bio Pflanzen-Kur. Auf natürliche Art und Weise wird so das pflanzeneigene Immunsystem gestärkt und die Ausbreitung von Schädlingen und Pilzbefall vermindert.

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FAQ Zitronenmelisse

Die Pflanze lässt sich frisch oder getrocknet verwenden. Mit einem hohen Gehalt an ätherischen Ölen sind die Blätter beim Frischverzehr viel intensiver im Geschmack. Bei gutem Wachstum im Sommer gibt es jedoch verschiedene Möglichkeiten, den reichen Vorrat zu konservieren. Das charakteristische Aroma geht selbst beim Trocknen nicht verloren. Binden Sie die Stängel nach dem Schneiden in kleine Sträußchen und hängen Sie diese kopfüber an einen schattigen, luftigen Ort zum Trocknen. Wichtig ist, dass das Trocknen sehr vorsichtig geschieht, denn bei Trockentemperaturen über 30 °C lösen sich die ätherischen Öle in Luft auf und die Melissenblätter verlieren an Aroma. Schon nach wenigen Wochen sind die Blätter trocken und können in Schraubgläser abgefüllt werden. Weitere Konservierungsmöglichkeiten sind das Einfrieren der frischen Blätter oder ein Einlegen in Öl.

Optimal sind alle Arten, die einen sonnigen Standort bevorzugen. Mit seinem aufrechten Wuchs und zarter Blüte kann Melisse auch in das Staudenbeet oder zu Rosen gepflanzt werden. Die Gewächse sollten ähnliche Wasseransprüche haben Zitronenmelisse und Basilikum sollten Sie jedoch in weiterem Abstand voneinander pflanzen.

Bei regelmäßigem Ernten und Rückschnitt ist eine Ernte von Mai bis September möglich. Durch den Rückschnitt wird die Blütenbildung verhindert und es sind immer junge Triebe an der winterharten Pflanze.

Das Kraut lässt sich gut durch Stecklinge vermehren. Der optimale Zeitpunkt hierfür ist das zeitige Frühjahr oder der Spätsommer. Schneiden Sie mit einer scharfen Schere nur von gesunden Pflanzen die Stecklinge ab, diese sollten keine Blüten haben. Optimal entwickeln sich die Jungpflanzen in Anzuchtschalen oder in einem Anzucht-Set mit transparenter Abdeckung. Nach 3 bis 4 Wochen haben sich die ersten Wurzeln gebildet und die jungen Pflanzen können in Töpfe mit Pflanzerde umgetopft werden. Weiter lassen sich große Pflanzen durch Teilung vermehren. Dies kann im Frühling oder Herbst erfolgen.

Die Pflanze kann sich am passenden Standort selbst aussäen. Ist dies nicht erwünscht, so muss die Pflanze vor der Blüte zurückgeschnitten werden.

Wer schreibt hier?

Als Bereichsleiter Bio Anbau schätze ich bei Pflanzen-Kölle besonders unseren Ressourcen- und Klimaschutz und unseren nachhaltigen Sortimente.

Quido Kleiner
Unser Kräuter- & Gemüse-Experte

Fakten zu Quido Kleiner:

  • Ausbildung zum Gärtnermeister, Fachrichtung Blumen- und Zierpflanzen
  • Im grünen Bereich tätig seit: 1979
  • Bei Pflanzen-Kölle seit: 1991
  • Aufgaben: Bereichsleiter Bio Anbau in den eigenen Gärtnereien, Planung und Entwicklung der Bio Sortimente, Einhaltung und Umsetzung der Bio Verordnung
  • Für diese Pflanzen schlägt mein Herz: Kräuter in all ihrer Vielfalt und Spathiphyllum (Einblatt)
  • Qualität bei Pflanzen-Kölle ist für mich: fachliche Kompetenz, Zuverlässigkeit, lange Haltbarkeit unserer Produkte, Glaubwürdigkeit.

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