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Stachelbeeren pflegen, pflanzen, gießen und düngen - Tipps zu Ribes uva-crispa

Stachelbeere
Inhaltsverzeichnis

Passende Produkte: Stachelbeeren

Wissenswertes über Stachelbeeren

Botanischer Name:Ribes uva-crispa
Weitere Namen:Heckenbeere, Klosterbeere, regional auch Krausbeere, Stickelbeere, Agrasel, engl. gosseberry
Verwendung:Sofortverzehr und Verarbeitung
Herkunft:Nordafrika, Eurasien
Blütezeit:April, unscheinbar, grünlich-rötlich
Erntezeit:Ende Juni bis Mitte August je nach Sorte
Besonderheiten:Die heutige Kulturform ist durch Kreuzungen und Selektionen entstanden. Die säuerlichen Früchte der heutigen Sorten sind größer als die der Wildform (Ribes uva-crispa subsp. uva-crispa). Botanisch besitzt das Obstgehölz keine Stacheln, sondern Dorne. Durch Züchtungen gibt es heute auch sogenannte dornlose Sorten.

 

Stachelbeeren gehören zu den Stachelbeergewächsen und sind winterharte Gartenpflanzen. Etwa seit dem 16. Jahrhundert werden die Sträucher in Gärten angepflanzt und erfreuen Jahr für Jahr mit leckeren Früchten, die so groß wie Kirschen und reich an Vitamin C, Folsäure, Kalium, Silizium, Magnesium und Zink sind. Die leckeren Beeren schmecken frisch oder lassen sich für Kuchen, Marmelade und Saft verwenden. Der höchste Zuckergehalt ist in den vollreifen Früchten, diese geben auf Druck leicht nach und sind aufgrund der Fruchtsäure immer noch süß-sauer im Geschmack. Das in England beliebte Chutney wird aus noch unreifen Früchten gekocht. Die Auswahl an leckeren Rezepten lässt keinen Wunsch offen und selbst bei hohem Ertrag finden sich immer wieder neue Gerichte, die Sie ausprobieren können.

Für den Anbau im eigenen Garten gilt es neben der Fruchtfarbe noch die Wuchsform auszuwählen. Ob Hochstamm oder Busch, das mehrjährige Gehölz kann im Boden ausgepflanzt oder im Kübel auf Balkon und Terrasse für viele Jahre mit reicher Ernte erfreuen. Wesentlich sind ausreichend Sonne, passende Bodenverhältnisse und dass Sie regelmäßigschneiden.

Stachelbeeren pflegen

Außer dem Schnitt, der Düngung und der gleichmäßigen Bodenfeuchtigkeit ist wenig Pflege notwendig. Büsche und Stämmchen sind in den Ansprüchen identisch, letztere benötigen zur Sicherheit einen bis zum Kronenansatz reichenden Pfahl. Wichtig ist, dass die Befestigung des Stammes so erfolgt, dass ein Einschnüren vermieden wird, jedoch Stabilität gewährleistet ist. Am besten eignet sich spezielles Anbindematerial aus Hanf.

Im Boden ausgepflanzt ist das Gehölz gut winterhart, in klimatisch ungünstigen Regionen kann die Krone mit Vlies oder Reisig geschützt werden. Stachelbeeren im Topf bleiben im Winter im Freien, sind vor Staunässe und Austrocknung geschützt aufgestellt und werden mit Winterschutzvlies eingepackt. Bei Bedarf auch im Winter gießen, um Schäden durch Trockenheit zu vermeiden.

Bei Stämmchen ist die Unterlage Ribes aureum, die teilweise mit Trieben aus dem Stamm bzw. dem Boden austreibt. Diese Wildtriebe kosten der Pflanze nur Kraft. Daher sollten Sie diese wilden Triebe direkt am Stamm entfernen.

Unser Gärtnertipp: Das Beerenobst gehört zu den Flachwurzlern, daher ist es ratsam wenn Sie den Boden mit Mulch abdecken und nicht bearbeiten. Das organische Material schützt die Wurzeln auch im Winter.

Christian Wenk
Unser Experte für Gehölze & Obst

Stachelbeeren Standort

Optimal für die Pflanzen ist ein heller und windgeschützter Platz, gerne im lichten Schatten. Denn in der prallen Sonne leiden, die aus den Waldrändern stammenden Gehölze und die Beeren können Sonnenbrand bekommen. Ungeeignet sind Standorte mit ganztägiger Sonneneinstrahlung oder dunkle Ecken, die nach Norden ausgerichtet sind. Wichtig ist ferner ein lockerer, tiefgründiger Boden mit hohem Humusanteil und guter Drainage. Stachelbeeren sind etwas anspruchsvoller in Sachen Bodenverhältnisse als Johannisbeeren, bei entsprechender Bodenvorbereitung jedoch pflegeleicht und robust. Die Sträucher wachsen bei einen pH-Wert von 6 bis 7. Leichte Sandböden müssen mit hochwertiger Pflanzerde verbessert werden und bei schweren Böden hilft eine Zugabe von Sand als Drainageschicht. Bestens eigenen sich die Beerenfrüchte für große Gefäße und Hochbeete. Hier sind ein Erdvolumen von 30 bis 50 Liter und ein guter Wasserabzug notwendig.

Stachelbeeren gießen

Wichtig für die Beerensträucher ist eine gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit. Vor allem im ersten Jahr nach der Pflanzung sollten Sie in trockenen Phasen regelmäßig wässern. Gießen Sie immer direkt an die Wurzeln und nie über das Blatt. Der beste Zeitpunkt bei Überkopfberegnung ist ein Wässern am Morgen, um pilzliche Erkrankungen vorzubeugen. Gärtner empfehlen besser in weiteren Abständen größere Mengen an Wasser zu geben als häufiges Gießen mit geringen Mengen. Das Wasser sollte so eindringen, damit die Wurzeln angeregt werden tiefer zu wachsen. Bewährt haben sich 5 bis 10 Liter pro Pflanze und Pflegedurchgang. Steht Ihr Beerenobst im Topf, darf es nie zu stauender Nässe oder völligem Austrocken kommen. Der Pflegeaufwand ist etwas aufwändiger als bei im Boden ausgepflanzten Exemplaren.

Unser Gärtnertipp: Bedecken Sie den Boden mit einer Mulchschicht. So wird der Bewuchs von Unkraut minimiert, die Feuchtigkeit besser gespeichert und leicht gedüngt. Besonders auf leichten Böden hat sich diese Pflegemaßnahme bewährt.

Stachelbeersträucher düngen

Stachelbeersträucher benötigen für Wachstum, Blütenbildung und Fruchtansatz eine gleichmäßige Nährstoffversorgung. Ideal ist es, wenn Sie bereits beim Austrieb ab Anfang März düngen. Verwenden Sie hierfür speziellen Beerendünger. Dieser enthält organische Bestandteile, die über Monate wirken, und langsam die Nährstoffe abgeben, sowie das Bodenleben aktivieren. Wichtig ist, dass nach der Düngung der Strauch nie zu trocken steht, denn Dünger kann nur in Verbindung mit Feuchtigkeit und Wärme wirken. Nach der Ernte kann eine Nachdüngung mit Bio Naturdünger erfolgen. Der organische Dünger hilft dem Gehölz, neues Fruchtholz für das kommende Jahr zu bilden. Wesentlich für die Größe der Beeren und die Menge sind die Versorgung mit Wasser und Nährstoffen und die Standortbedingungen.

Düngekalender
Gartendünger

Stachelbeersträucher schneiden

Der Schnitt der Obstgehölze ist wichtig für die Fruchtgröße, Beerenanzahl, die Pflanzenvitalität und für eine leichtere Ernte. Zu dichte Pflanzen neigen zu kleinen Beeren und sind häufiger von Mehltau befallen. Ferner sind zu enge Ästchen lästig beim Pflücken und behindern die Arbeit. Der jährliche Rückschnitt kann direkt im Anschluss an die Ernte oder spätestens im März stattfinden. Beim zweiten Termin ist der Strauch ohne Laub und es ist leichter zu erkennen, welche einjährigen Triebe sich kreuzen und welche schwach sind. 

Schneiden Sie nach folgender Anleitung:

  • Bevorzugt werden Früchte an ein- oder zweijährigen Seitentriebe der Haupttrieb gebildet. Diese Tatsache ist Grundlage für den richtigen Schnitt.
  • Belassen Sie maximal 8 Haupttriebe am Gehölz, diese sollten nicht nach innen wachsen und sich nicht kreuzen.
  • Schneiden Sie konsequent alle aufrecht wachsenden Triebe, die sich kreuzen und achten Sie darauf, dass auch die ältesten Haupttriebe am Boden bzw. am Kronenansatz abgeschnitten werden. Alte Triebe weisen oft bemooste Stellen auf und sollten entfernt werden. 
  • Wichtig beim Schnitt ist, dass Sie bis zu einer Knospe zurückschneiden, die nach außen zeigt und die verbleibenden Triebe gleichmäßig über den Strauch verteilt sind.
  • Bei Büschen werden bodennahe Zweige entfernt, denn mit Behang würden diese dann in der Erde liegen.
  • Verwenden Sie beim Schnitt eine scharfe Gartenschere und Handschuhe.
  • Das alte Holz kann als Schnittgut kompostiert oder im Garten gelagert werden und so als natürlicher Rückzugsmöglichkeit für viele Kleinstlebewesen und Igel dienen.

Unser Gärtnertipp: Stachelbeeren fruchten am vorjährigen Holz. Daher müssen jedes Jahr neue starke Triebe wachsen und die alten Hauptriebe können entfernt werden, da diese keine Früchte mehr tragen. Nur bei regelmäßigem Schnitt reifen die Beeren gut aus und Sie erhalten eine reiche Ernte.

Stachelbeeren pflanzen

Die Pflanzung der Beerensträucher kann fast ganzjährig erfolgen, optimal sind jedoch das zeitige Frühjahr oder der Spätsommer als beste Pflanzzeit zu sehen, um ein gutes Einwurzeln zu erreichen. Die Beerensträucher stehen in Kulturtöpfen und benötigen mehr Erdvolumen, daher ist ein Verpflanzen dringend notwendig. Bei Stachelbeer-Hochstämmchen ist immer ein Pfahl nötig, denn die Last der süßen Früchte benötigt vor allem kurz vor der Ernte die Stütze zum Schutz vor Windbruch. 

Lockern Sie vor dem Setzen den Untergrund tiefgründig auf und entfernen alle Wildkräuter und Wurzeln. Wässern Sie das Pflanzgut durchdringend und fertigen Sie ein Pflanzloch an, welches doppelt so tief und breit ist wie der Wurzelballen. Geben Sie zunächst 5 Liter hochwertige Pflanzerde in das Pflanzloch und stellen dann den ausgetopften Beerenstrauch so ein, dass er ebenerdig mit dem Erdreich abschließt. Füllen Sie den Hohlraum zwischen Wurzelballen und Pflanzloch mit einer Mischung aus Kultursubstrat und Aushub, drücken die Erde an und streuen abschließend Bio Gartendünger auf die Oberfläche. Die Neupflanzung benötigt ein Angießen mit 10 Liter Wasser. Als Schutz vor Verdunstung können Sie eine dünne Mulchschicht auf das Erdreich ausbringen.

Unser Gärtnertipp: Je nach Wuchsstärke der Sorte sollte der Abstand zu anderen Pflanzen 80 bis 100 cm bei Stämmchen und 100 bis 120 cm bei Büschen betragen.

Stachelbeer Sorten

Grundsätzlich wird im Sortiment nach der Fruchtfarbe unterschieden. Es gibt grüne, gelbe und rotfrüchtige Sorten, weiter haben diese eine glatte oder behaarte Frucht und das Fruchtfleisch enthält mehr oder weniger Samen und variiert im Aroma und in der Säure. Pflegeleichte Pflanzen lösen alte Sorten ab und sind erhältlich als Busch oder Stachelbeer-Stämmchen. Aktuell sind nachfolgende Grüne Stachelbeeren und rote Sorten am Markt:

SortenFruchtfarbePflückreifeFrüchte
Captivator
aufrechter und verzweigter Wuchs, fast ohne Dornen
rotEnde Julisüß-säuerlich, mittelgroß
Hinnonmäki rot
reichtragend, mittelstarker Wuchs
rotMitte Juli bis Augustsüß, aromatisch, festes Fruchtfleisch, kaum behaart
Redeva(S)
wenig Dornen, sehr ertragreich
rotMitte bis Ende Julisüß, leichte Säure, aromatisch, mittelgroß und fest
Rokula(S)
hohe Erträge, sehr robust gegen Mehltau
rotAnfang bis Mitte Juliangenehme Säure, aromatisch, großfruchtig, kugelrund
Roko
robuste, pflegeleichte Sorte
rotAnfang Julileicht säuerlich, aromatisch
Spinefree
fast ohne Dornen, sehr vital, ertragreich
rotAnfang bis Mitte Julifrisch säuerlich, mittelgroß
Hinnonmäki gelb
sehr robust, Starkwüchsig
gelbgrünAnfang bis Ende Juliaromatisch, fruchtig, mittelgroß, glattschalig
Invicta(S)
hoher Ertrag, mehltautolerant
gelbgrünAnfang Juliaromatisch, geringe Säure
Mucurines
mittelstarkwachsend
gelbgrünMitte Juliaromatisch, säuerlich, großfruchtig
Tatjana
fast ohne Dornen, sehr vital, ertragreich
gelbgrünAnfang bis Mitte Juliaromatisch, fruchtig, mittelgroß


Als Besonderheit sticht die Sorte Xenia ® mit sich von orange nach rot färbenden Früchten ins Auge. Durch Züchtungen wird die Sortenvielfalt immer größer und das besondere Augenmerk gilt den Züchtungen, die dornlos (stachellos) sind, was das Pflücken wesentlich erleichtert.

Stachelbeeren Schädlinge & Krankheiten

Stachelbeeren sind wüchsige, mehrjährige Gehölze. Je nach Sorte sind sie unterschiedlich stark anfällig für Schädlinge und Krankheiten. Teilweise wird der Hinweis 'resistent' in Verbindung mit Mehltau verwendet. Die als resistente Sorten angebotenen Stachelbeeren können bei ungünstigem Standort oder Witterungsbedingungen auch Mehltau bekommen. Daher werden diese robusten Sorten oft als mehltautolerant oder mehltaufest vermarktet. Folgende Krankheiten und Schädlinge können auftreten:

Amerikanischer Stachelbeermehltau

Vor allem bei sonnigem Wetter kommt es zu Pilzinfektionen. Der mehlig-weiße Belag ist auf Triebspitzen, Blättern und Beeren. Die betroffenen Teile werden braun, das Laub vertrocknet und die Früchte faulen. Die Anfälligkeit variiert je nach Sorte. Vorbeugend kann mit Pflanzenkur gestärkt werden. Ein konsequenter Rückschnitt und ein Entfernen befallener Triebe sind notwendig.

Blattfallkrankheit

Nach nasskalten Phasen kommt es zur Blattfallkrankheit. Die braunen Flecken auf dem Laub sind fließend und gelbe Blattränder sind charakteristisch. Bei starkem Befall kommt es zum Blattfall. Bekämpfen kann man diese Krankheit nicht. Vorbeugend ist es wichtig, dass die Pflanzen regelmäßig geschnitten werden und nicht zu dicht an anderen Gewächsen stehen. Ergänzend hilft eine gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit, Düngung und Stärkung mit Pflanzenkur. Damit Sie in den nächsten Jahren gute Erträge erhalten ist es wichtig, die befallenen Teile sorgfältig zu entfernen umso einer weiteren Infektion entgegenzuwirken.

Blattläuse

Zunächst ist ein Befall mit Blattläusen an den Spitzen zu erkennen. Stärken Sie die Gehölze mit Bio Pflanzenkur. Auf natürliche Art und Weise wird so das pflanzeneigene Immunsystem gestärkt und die Ausbreitung von Schädlingen vermindert. Häufig ist der Befall nur an den Triebspitzen und der Ernte steht nichts im Weg.