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Rhabarber pflegen, pflanzen, gießen und düngen - Tipps zu Rheum rhabarbarum

Rhabarber
Inhaltsverzeichnis

Wissenswertes über Rhabarber

Botanischer Name:Rheum rhabarbarum
Weitere Namen:Gewöhnlicher Rhabarber, Gemüse-Rhabarber
Verwendung:Stiele für die Verarbeitung zu Saft, Kompott, Kuchen, Marmelade, gut geeignet für Garten oder Hochbeet
Herkunft:Himalaya
Blüte:cremefarben-weiß. Im geschlossenen Zustand leicht rosa. Der Blütenstand wird bis zu zwei Meter hoch. Pollen und Nektar sind für Insekten sehr wertvoll, jedoch schwächt die Blüte die Staude und sollte daher frühzeitig entfernt werden.
Laub:dunkelgrün und groß, wird beim Ernten der Stiele entfernt
Besonderheiten:Ab Mitte April können die bis zu 70 cm langen und 5 cm breiten Stiele geerntet werden. Diese sind je nach Sorte mit grünem oder rotem Fleisch. Fälschlicherweise wird das Gemüse auch als Obst bezeichnet. Die bekannteste Art ist die rotstielige Sorte ''Holsteiner Blut''.

 

Das aus dem Himalaya stammende Gewächs ist bereits seit dem 11. Jahrhundert bekannt und wurde im alten China sogar als Medizin genutzt. Seit dem 16. Jahrhundert wird Rhabarber in Europa geschätzt und in Gärten angepflanzt. Mit seinem feinherben Geschmack hat das zum Gemüse zählende Gewächs bis heute viele Liebhaber sammeln können. Die geschälten oder ungeschälten Stile werden vor allem zu Kuchen und Kompott verarbeitet. Ausgepflanzt im Garten ist das mehrjährige Gewächs am sonnigen Standort äußerst pflegeleicht und treibt zuverlässig jeden Frühling staudenartig aus. Ursprünglich galt der Johannistag (24. Juni) als Ende der Rhabarber-Erntezeit, denn im Sommer steigt der Oxalsäuere-Gehalt in den Stängeln und die Pflanzen sollten bis zum Herbst ausreichend Zeit zum Erholen haben. Als Faustregel gilt, dass die robusten Pflanzen bis maximal Anfang Juli geschnitten werden sollten. Die Sorte „Livingstone“´ hat eine lange Erntezeit, diese Rhabarber Pflanzen können Sie durchgehend von Mai bis Oktober beernten.

Rhabarber pflegen

Rheum gehört zu den Gewächsen, die nur wenig Pflege benötigen. Wesentlich für üppiges Wachstum sind optimale Standortbedingungengleichmäßige Bodenfeuchtigkeit und ausreichend Nährstoffe. Daher kann ein Wässern im Sommer für die Staude von Bedeutung sein, denn bei Wassermangel ist die Pflanze geschwächt und der Zuwuchs im kommenden Jahr ist geringer. Wichtig ist, dass Blütenansätze frühzeitig entfernt werden, denn auch eine Blüte zehrt Kraft. Im Herbst werden die Blätter gelb und schlapp. Dieser natürliche Vorgang ist ein Einziehen der Staude und sollte nicht gestört werden. Belassen Sie das Laub an der Pflanze, auch wenn es ein unschönes Bild abgibt. Eine Schicht Kompost, Stallmist oder Laub kann ab November rund um den Wurzelstock ausgebracht werden, jedoch ist kein spezieller Winterschutz notwendig. Das krautige Gewächs steht das ganze Jahr über im Garten und benötigt wenig Pflege.

Unser Gärtnertipp: Rhabarber ist eine Pflanze, die sich leicht vortreiben lässt. Mit Folienhaube, Vlies oder speziellen Triebtöpfen wird die Frühlingswärme gespeichert und die Pflanze zum Austrieb und Wachstum angeregt. Das Vortreiben im zeitigen Frühjahr ermöglicht ein um 2 bis 3 Wochen verfrühtes Wachstum und somit können Sie früher ernten.

Christian Wenk
Unser Experte für Gehölze & Obst
Rhabarber vortreiben mit Treibglocke

Rheum Standort

Rhabarberpflanzen sind sehr anspruchslos. Wichtig ist ein gut durchlässiger und humoser Boden an sonniger Stelle. Ist der Standort zu schattig, werden die Stängel dünn und der Zuwuchs ist geringer. Als Tiefwurzler ist ein tiefgründiger Boden ohne stauende Nässe zu empfehlen. Das Stielgemüse gehört in die Gruppe der Starkzehrer und benötigt daher ausreichend Nährstoffe.

Rhabarber gießen

Frisch gepflanzter Exemplare benötigen je nach Jahreszeit, Niederschlag und Bodenbedingungen zusätzliches Gießen. Wichtig ist im ersten Jahr nach der Pflanzung ein bedarfsorientiertes Wässern. Dies bedeutet, dass in Phasen ohne nennenswerten Niederschlag zusätzlich gewässert werden muss. Pro Gießvorgang sind ca. 10 Liter empfehlenswert. Aufgrund der großen Blätter verdunstet das krautige Gewächs viel und benötigt daher auch immer ausreichend Feuchtigkeit, jedoch wird stauende Nässe nicht vertragen. Optimal ist ein Gießen am frühen Vormittag. Achten Sie darauf, dass das Wasser direkt an die Pflanze gelangt und nicht über die Blätter gegeben wird. Hat sich das Stielgemüse im eigenen Garten etabliert, wird ein zusätzliches Gießen nur in Phasenextremer Trockenheit oder an Standorten mit leichtem Boden notwendig. Der Anbau ist sehr einfach und ab dem 5. Standjahr können Sie bei nährstoffreichem Boden hohe Mengen ernten.

Nützlicher Tipp: Eine dünne Mulchschicht aus Stauden- und Rosen-Mulch oder reifem Kompost vermindert die Verdunstung und den Bewuchs durch Unkräuter.

Rhabarber düngen

Zur Förderung der Wurzelbildung kann direkt beim Pflanzen Wurzelkraft als organischer Dünger und Bodenaktivator zugefügt werden. Je nach Standort und verwendeter Pflanzerde kann eine Düngung erst im zweiten Standjahr notwendig sein. Hierfür empfiehlt sich im Frühling eine Gabe mit Naturdünger. Dieser Biodünger enthält einen hohen organischen Anteil, regt das Bodenleben und die Humusbildung an und bildet somit die Grundlage für einen fruchtbaren Gartenboden, wie ihn das Gemüse bevorzugt. Ergänzend kann im Herbst eine Schicht Kompost um den Wurzelstock verteilt werden. Das organische Material hält die Feuchtigkeit im Erdreich, schützt vor zu tiefen Temperaturen und fördert die Bodenaktivität.

Rhabarber pflanzen

Erfahren Sie alles um das Thema Rhabarber pflanzen, die richtige Pflanzzeit und weitere Tipps.

Wann ist die beste Pflanzzeit für Rhabarber?

Die beste Pflanzzeit für Rhabarber ist das Frühjahr. Sobald der Boden nicht mehr gefroren ist, können Sie das Knöterichgewächs, welches eigentlich eine Gemüseart ist, pflanzen. Bei humosen Bedingungen und ausreichend Wärme bildet die Rhabarberpflanze rasch neue Wurzeln und wächst zügig an. Grundsätzlich können Sie Rhabarber ganzjährig neu pflanzen oder an eine andere Stelle verpflanzen. Auch für Hochbeete oder große Gefäße eignet sich Rhabarber. Bei Pflanzung im Sommer ist es wichtig, dass die Nutzpflanze nie zu trocken steht, jedoch Staunässe vermieden wird.

Welche Pflanzpartner passen zu Rhabarber?

Rhabarber bildet bei optimalen Bedingungen eine Vielzahl an Stielen mit großenBlättern. Daher sollten Sie beim Rhabarber pflanzen einen Platzbedarf von mindestens 1 -2 m einplanen. Rhabarber ist eine mehrjährige Pflanze, die über Jahrzehnte an derselben Stelle steht, und deren Platz nur selten gewechselt wird. Vor dem Austrieb im Frühling ist der Boden um die Rhabarberpflanze meist leer und kahl. Sobald das Knöterichgewächs zu wachsen beginnt, füllt sich der Platz. Dieser wechselnde Platzbedarf lässt kaum eine andere Pflanze zu. Pflanzpartner für Rhabarber kann Feldsalat oder Spinat sein. Beide einjährige Gemüsearten können im Spätsommer direkt im Boden ausgesät werden. Während der Rhabarber sich in den Wurzelstock zurückzieht und den Winter so überdauert, kann Spinat oder Feldsalat wachsen und den Boden um den Rhabarber bedecken. Bis zum Austrieb des Rhabarberstocks ist das Wintergemüse geerntet. Wenn Rhabarber in Mischkultur mit anderen Pflanzen gepflanzt werden soll, können Erbsen, Kohlrabi oder Kopf- und Pflücksalat gute Nachbarn sein.

Unser Gärtnertipp: Im ersten und zweiten Standjahr kommt das Stielgemüse noch mit weniger Platz aus. Hier können Sie direkt neben dem Rhabarber noch Radieschen, Kresse, Kopfsalat oder einjährige Blumen wie Tagetes oder Ringelblumen anbauen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Rhabarber pflanzen

Ganz gleich, ob Sie Rhabarber kaufen und neu pflanzen oder eine Pflanze nach vielen Jahren an eine andere Stelle pflanzen, die Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Rhabarber pflanzen zeigt Ihnen den Ablauf. Neben dem Auspflanzen von Rhabarber in den Boden ist das Einpflanzen im Hochbeet eine Möglichkeit, den Klassiker zu kultivieren. Wichtig zu wissen ist, dass Rhabarber als Dauerkultur über viele Jahre an derselben Stelle steht und eine Ernte nur für wenige Wochen stattfinden kann (Ausnahme ist die Sorte “Livingstone®“ die von Mai bis Oktober regelmäßig geerntet wird).

Rhabarber pflanzen im Boden/Hochbeet:

  • Eine gute Bodenvorbereitung ist wesentlich für guten Zuwuchs und eine reiche Rhabarberernte.
  • Lockern Sie den Boden vor dem Rhabarber pflanzen tiefgründig (50 bis 60 cm) auf und entfernen Sie alle vorhandenen Unkräuter.
  • Wässern Sie die Rhabarberpflanze vor dem Auspflanzen durchdringend.
  • Wählen Sie einen Pflanzabstand von 50 cm zu anderen Pflanzen, Wänden oder Wegen.
  • Graben Sie ein Pflanzloch mit der doppelten Tiefe des Wurzelballens.
  • Geben Sie als erstes 3 bis 5 Liter hochwertige Pflanzerde in das Pflanzloch.
  • Entfernen Sie den Topf und stellen die Rhabarberpflanze aufrecht in das Pflanzloch. Achten Sie darauf, dass Sie Rhabarber nicht zu tief pflanzen. Die Knospen bzw. Blätter sollten ebenerdig mit der Oberfläche abschließen. Bei zu hohem Rhabarber pflanzen ist das Gießen erschwert.
  • Streuen Sie Kölle Bio Wurzelkraft in das Pflanzloch. Der organische Naturdünger fördert die Wurzelbildung aufgrund der enthaltenen Mykorrhizapilz-Kulturen. Die Wurzelbildung des Rhabarbers wird nachhaltig verbessert und die Bodenaktivität gesteigert.
  • Füllen Sie den Hohlraum zwischen Wurzelballen und Pflanzloch mit einer Mischung aus Aushub und Pflanzerde auf.
  • Treten Sie die Erde mit dem Fuß kräftig an, damit die Wurzelballen guten Bodenkontakt bekommen.
  • Abschließend wird der Rhabarber mit 5 bis 10 Liter Wasser angegossen und dünn mit Mulch abgedeckt. Durch die Mulchschicht wird die Verdunstung minimiert, der Bewuchs mit Unkraut unterdrückt und das Bodenleben nachhaltig verbessert.
  • Bis zum Einwurzeln ist es wichtig, dass die Nutzpflanze bedarfsgerecht gegossen wird. In Phasen mit wenig Niederschlag kann ein Gießen alle 2 bis 3 Tage notwendig sein.

Unser Gärtnertipp: Zur Stärkung der Pflanzen ist es förderlich, die Blüten gezielt auszubrechen. Rhabarberblüten kosten die Pflanzen unnötige Kraft.

bepflanztes Hochbeet

Große Erntemengen lassen sich wie anderes Obst auch, für Marmelade verwenden. Hierfür schälen Sie die Stiele zuerst, schneiden dann 2 cm große Teilstücke und kochen diese nach Anleitung mit Geliermittel. Je nach Geschmack können Erdbeeren oder andere Früchte hinzugefügt werden. Das großflächige Laub kann zum Mulchen um die mehrjährige Pflanze gelegt werden oder als Pflanzenjauche gegen Läuse angesetzt werden. Wichtig ist, dass maximal die Hälfte der Triebe geerntet wird. Werden zu viele Stängel entfernt, ist die Pflanze ausgezehrt und wächst im nächsten Jahr nur wenig. Ab Ende Juni wird die Ernte eingestellt, denn der Oxalsäuregehalt in den Stängeln steigt. Ausnahme ist die Sorte „Livingstone“, die von Mai-Oktober regelmäßigbeerntet werden kann. Diese ganz besondere Sorte zieht sich erst später zurück und kann als milde Sorte lange genossen werden.

Unser Gärtnertipp: Stellen Sie aus dem Rhabarberlaub eine Jauche gegen schwarze Blattläuse her. Die Oxalsäure wirkt als biologisches Mittel gegen die saugenden Insekten. Pro Liter Wasser werden 1 kg Grün kleingeschnitten und mindestens 24 Std. ziehen gelassen. Sieben sie den Sud ab, köcheln ihn bei geringer Hitze für 5 Minuten und fertig ist der biologische Pflanzenschutz aus dem Gemüsegarten.

Rhabarber Schädlinge & Krankheiten

Rhabarber ist robust und wird am optimalen Standort und bei guter Pflege sehr selten von Krankheiten und Schädlingen befallen.

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Rhabarber FAQ

Aufgrund der in allen Teilen enthaltenen Oxalsäure sollte Rhabarber nur in gekochter Form verzehrt werden. Je später die Erntezeit, desto höher der Gehalt an Oxalsäure. Der geringste Gehalt ist bei einer Ernte im April.

Theoretisch kann die Staude immer an derselben Stelle stehen. Für eine reichen Ertrag ist es jedoch förderlich, dass die robuste Pflanze nach 8 bis 10 Jahren verpflanzt wird. Beim Verpflanzen können auch Teilstücke eingegraben werden. So lassen sich die krautigen Gewächse leicht vermehren. Das Verpflanzen erfolgt analog der Anleitung für die Pflanzung.

Die gängigste Methode ist eine Teilung der Pflanze im Herbst. Hierfür werden mit einem Spaten zwei gleich große Stücke an neuer Stelle eingepflanzt. Die Vermehrung durch Samen ist möglich, jedoch sehr langwierig und wird hauptsächlich zur Gewinnung neuer Rhabarbersorten durchgeführt.

Je nach Standort und Temperaturverlauf bilden sich ab Juni Blüten. Die Ernte der Stangen muss nicht eingestellt werden, jedoch kostet es die krautige Pflanze Kraft. Wenn Sie die Knospen frühzeitig schneiden, kommt es nicht zur Blütenbildung und der Ertrag wird gesteigert. Die Blüten sind nicht giftig, jedoch holzig und somit nicht essbar.

Auf nährstoffreichem Boden entwickelt sich die krautige Pflanze innerhalb einiger Jahre zum üppigen Gewächs. Schädlinge und Krankheiten sind äußerst selten.

Ab August zieht die Staude die Nährstoffe zurück in das unterirdische Rhizom. Somit sind gelbe Blätter ein natürlicher Vorgang, der bedenkenlos akzeptiert werden kann. Die Rhabarberpflanze speichert die Inhaltsstoffe (vergleichbar mit einer Blumenzwiebel) ein und treibt im nächsten Frühjahr wieder aus. Aber auch ein Fehlen an Nährstoffen kann eine Ursache sein, Rhabarber braucht nährstoffreichen Boden!

Wer schreibt hier?

Ich liebe alle Gehölze, aber für die Lagerstroemia indica ‘Dynamite‘ schlägt mein Herz ganz besonders.

Christian Wenk
Unser Experte für Gehölze & Obst

Fakten zu Christian Wenk:

  • Studium: Dipl. Gartenbauingenieur
  • Im grünen Bereich tätig seit: 2009
  • Bei Pflanzen-Kölle seit: 2012
  • Aufgaben: Produktionsleiter Baumschule
  • Nachhaltigkeit bei Pflanzen-Kölle ist für mich: Umstellung der Eigenproduktion auf biologischen Anbau nach EU-Bio-Richtlinien.
  • Qualität bei Pflanzen-Kölle ist für mich: gesunde, starke Pflanzen nachhaltig produziert

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