Trend Microgreens – kurz und einfach erklärt

Langsam, aber sicher spricht sich der neue Trend „Microgreens“ im „Grünen Bereich“ des Garten- und Landschaftsbaus herum. Aus diesem Grund möchten wir Ihnen möglichst kurz und knapp eine Übersicht über diesen Trend geben, der einen ähnlichen Hype wie die neuen Superfoods auslösen kann. Denn: Um sich Superfood nennen zu dürfen, muss eine gewisse Nährstoffkonzentration erreicht sein. Dies schafft das Mikrogrün mit links und ist somit in der Superfood-Liga angekommen.

Was sind Microgreens?

Microgreens auf Gabeln Der Name Microgreens – oder auch Mikrogrün – gibt bereits einen Tipp, was dahinter stecken könnte. „Micro“ bezieht sich auf die Größe und „Greens“ sind die Gemüsepflanzen. Denn es ist winzig kleines und junges Grünzeug von bestimmten Gemüsesorten und Blattkräutern, die in der Entwicklung zwischen der Sprosse und der Pflanze stehen und somit in kurzer Zeit geerntet werden können. Beim Anbau auf der Fensterbank können Sie davon ausgehen, dass Sie Bio-Qualität haben und somit im Inhalt frei von Schadstoffen.

Der Unterschied zu Sprossen liegt in der Entwicklungsstufe, da Sprossen einige Tage früher geerntet werden können und zudem auch komplett verzehrt werden – im Gegensatz zu den Microgreens. Da das Mikrogrün später geerntet wird, haben diese bereits erste (Keim-)Blätter, die verzehrt werden können. 

Was ist so besonders an Microgreens?

Sie haben wirklich einige Vorteile, die wir Ihnen aufzeigen möchten. Diese 6 Fakten werden Sie mit Sicherheit überzeugen.

  1. Sie enthalten ausgezeichnete Inhaltsstoffe!
    Getreu dem Motto „weniger ist mehr“ haben die kleinen Pflänzchen gehaltvollere Inhaltsstoffe als das ausgewachsene Gemüse. Daher benötigen Sie von der kleinen Wunderwaffe eine viel geringere Menge, um sich mit Vitaminen, Mineralstoffen und Co. zu versorgen. Die kleinen Kraftpakete sind besonders reich an Vitamin C, B6, E, K und sekundären Pflanzenstoffen. In der Medical News Today wurde eine Studie veröffentlicht, die davon ausgeht, dass Rotkohl-Mikrogrün vor allem für das Herz-Kreislauf-System von besonderer Relevanz ist. In einer anderen Studie hat ein Forschungsteam entdeckt, dass Microgreens bis zu 40 x mehr Vitalstoffe besitzen als die ausgewachsene Pflanze. Wenn Sie sich also auf einfachem Wege ausgewogener ernähren möchten, sollten Sie unbedingt die kleinen Kraftpakete zu sich nehmen und noch besser: gleich selbst anpflanzen. Wie das funktioniert, zeigen wir Ihnen im nächsten Abschnitt.
  2. Sie brauchen wenig Platz!
    Sie benötigen für die Anpflanzung dieser Keimlinge keinen Garten, noch nicht einmal einen Balkon und können Ihre Wohnung das ganze Jahr in einen kleinen Indoor-Garten mit Gemüse und Co. verwandeln.
  3. Sie benötigen wenig Pflege!
    Düngen, Jäten und auch Pikieren sind Schnee von gestern! Für die Microgreen-Anzucht ist weder ein „grüner Daumen“ Pflicht, noch wird teures Gartenzubehör gebraucht. Ihr Mikrogrün braucht wirklich wenig Aufmerksamkeit. Und auch im Vergleich zu Sprossen machen die Gemüsepflanzen deutlich weniger Arbeit, denn Sprossen sollten mehrmals mit Wasser durchgespült werden. Zudem müssen die Sprossen äußerst hygienisch gehalten werden, da sonst sehr schnell Schimmel entstehen kann. Dieses Superfood benötigen nur eine dünne Schicht Erde und ein Behältnis, manchmal sogar nur ein Küchentuch. Mehr dazu im nächsten Abschnitt.
  4. Sie sind lecker!
    Die Powerpflänzchen sind häufig sogar aromatischer als ihre erwachsene Variante und voller im Geschmack. So wird ein Gericht mit nur wenigen Handgriffen sofort aufgewertet.
  5. Sie hübschen jede Mahlzeit auf!
    Sie zaubern aus einem alltäglichen Gericht sofort eine Sterne-Speise, da Sie auch eine sehr schöne Dekoration darstellen, denn: Das Auge isst mit!
  6. Sie machen Spaß!
    Ist es nicht schön, nach wenigen Tagen bereits Fortschritte zu sehen und eine erste Ernte zu erhalten? Dies ist vor allem für Personen ohne „grünen Daumen“ und auch Kinder ein schönes Erfolgserlebnis.

Wie können Sie Mikrogrün selbst anbauen?

Wie gesagt, Sie brauchen wenig Platz und noch nicht einmal einen Garten oder einen Balkon. Alles, was Sie benötigen, sind Samen und ein Gefäß oder ein Behältnis. Das Saatgut können Sie frei nach Belieben wählen. Wir empfehlen die Verwendung von Bio-Saatgut.

Mit einem Anzucht-Set gelingt das Anpflanzen von Bio-Microgreens kinderleicht und mit wenig Aufwand. Man legt lediglich das enthaltene Pad mit Samen auf das Aufzuchtgitter und gießt täglich mit ca. 150 ml, das überschüssige Wasser wird abschüttet und die Abdeckung für die ersten Tage aufgesetzt. Schon nach kurzer Zeit steht die erste Ernte an! Die Schale ist natürlich wiederverwendbar und die Nachfüllpads können erneut kleine Pflanzen entstehen lassen. 

Alternative: Befüllen Sie ein flaches Behältnis – eine Schale, einen Teller, einen Untertopf etc. – mit etwa zwei Zentimeter Anzucht-Erde auf. Dann wird das Saatgut sehr dicht verteilt und auch leicht an die Erde angedrückt. Eine Sprühflasche hilft, um die kleinen Keimlinge ausreichend anzufeuchten. Für die ersten Tage sollte auch hier Ihre Schale abgedeckt sein – bei Lichtkeimern, zum Beispiel Dill oder Senf, mit Frischhaltefolie und bei Dunkelkeimern mit einer feinen Schicht Erde.

Pflegehinweise:

  • Gießen Sie das Saatgut in Ihrer professionellen Anzuchtschale täglich mit ca. 150 ml frischem und zimmerwarmem Leitungswasser, da länger stehendes Wasser aus der Regentonne eventuell zu viele Keime für die empfindlichen Microgreens enthalten könnte und dies zu Schimmel führen würde.
  • Bei Ihrer DIY-Schale sollten Sie etwas vorsichtiger gießen, da diese keine Auffangschale besitzt. Am besten verwenden Sie eine Sprühflasche, da hier eine Dosierung leichter ist. Beobachten Sie Ihre Keimlinge genau, um herauszufinden, wie viel Wasser benötigt wird. Zu Beginn sollten Sie vorsichtiger sein und kurz vor der Ernte können Sie gerne mutiger gießen.
  • Ihre Schale stellen Sie im besten Fall an einen warmen und hellen Platz, allerdings sollten Sie direktes Sonnenlicht vermeiden. Vielleicht eignet sich Ihre Fensterbank? Im Sommer: gerne von Mai bis August auf dem Balkon. Im Winter: auf der Fensterbank.
  • Lassen Sie Ihre Keimlinge täglich ca. 2 bis 3 Mal an die frische Luft. Ab dem 4. Tag kann die Abdeckung dauerhaft abgenommen werden. Kurze Zeit nach der Aussaat entwickeln sich die Keimlinge. Vermeiden Sie direkte Sonne, denn schnell kann es zu Trockenschäden kommen.
  • Klasse! Nach 10 bis 14 Tagen können Sie ernten, wenn bereits erste Blattpaare ausgebildet sind. Ihre junge Pflanze sollte etwa fingerbreit hoch über der Erde abgeschnitten und zudem schnell verarbeitet werden.

Wie können Ihre Microgreens verwendet werden und welche Samen eignen sich überhaupt?

Da die MicrogreensSamen empfindlich sind, sollten Sie nicht erhitzt, kalt gelagert oder gar eingefroren werden. Wir empfehlen schnellwüchsige Kräuter und Gemüse. Hier eine Liste: 

Amaranth, Asia-Salat, BasilikumBlumenkohlBohnenBrokkoli, Brunnenkresse, Buchweizen, Chia, Dill, Erbsen, Fenchel, Kerbel, Koriander, Kresse, Mangold, Minze, Mizuna, Möhren, Pak Choi, Quinoa, Radieschen, Rauke, Rosenkohl, Rote Beete, Rotkohl, Rucola, Schnittsalate, Senf, Sonnenblumen, Weizengras

Wichtig: Große und harte Samen oder Kerne wie beispielsweise Erbsen oder Sonnenblumen sollten über Nacht in Wasser eingeweicht werden, um den Keimvorgang zu beschleunigen.

Burger mit MicrogreensBesonders schnell wachsen Brokkoli, Radieschen und auch Senf (4 bis 5 Tage). Rote Beete hingegen benötigt die meiste Zeit im Anbau. Es ist auch möglich, dass Sie eine Mischung aus verschiedenen Samen herstellen, allerdings sollten diese sehr ähnliche Bedürfnisse haben. Also sollten Sie beispielsweise die Samen von Radieschen und Rote Beete nicht mischen.

Die Power-Pflanzen können Sie in Salate, grüne Smoothies, Suppen, Pesto und in Bowls geben. Zudem werten sie ein langweiliges Butterbrot schnell auf. Probieren Sie auch einmal Senfblätter auf Ihrem Burger. Dieser kulinarische Trend ist wirklich klasse. Guten Appetit!

 

 

 

Quellen: 

Whiteman, H. (2016, December 30). "Red cabbage microgreens could reduce risk of cardiovascular disease." Medical News Todayhttps://www.medicalnewstoday.com/articles/314793.php.

Wang, T et al. (2016). „Red cabbage microgreen lower circulating LDL, liver cholesterol and inflammatory cytokines in mice fed a high fat diet.“ Journal of Agricultural and Food Chemistry. https://www.researchgate.net/publication/310049288_Red_cabbage_microgreen_lower_circulating_LDL_liver_cholesterol_and_inflammatory_cytokines_in_mice_fed_a_high_fat_diet