10.02.2016

Nur mal am Rande: "Valentinstag – das Kap Horn für Männer"


Johannes Kraut berichtet uns, wie schon in seiner letzten Kolumne versprochen, seine Sichtweise des Valentinstags. Seine Sichtweise bedeutet: die Männliche. Die Männer: Arme Opfer, die unter dem Druck der Erwartungshaltung von Ihrer Liebsten stehen. Eine unglaublich amüsante Schilderung von einer typischen, verzweifelten Suche nach dem perfekten Geschenk für die Liebste. Nehmen Sie sich eine kleine Auszeit von der Geschenkesuche und schmunzeln Sie mit uns. Viel Freude beim Lesen und schönen Valentinstag! Genießen Sie die Zeit zu zweit.

Die erste Beziehungsbelastungsprobe des Jahres steht an, der Valentinstag.

 

Für die Einen ein wahnsinnig romantisches Datum, um der/dem Liebsten zu verdeutlichen, dass man für Sie/Ihn auf Knien bis ans Ende der Welt rutschen würde. Für die Anderen einfach nur eine fiese globale Erfindung der Floral-Kartelle mit perfider Ausnutzung von Erwartungshaltung und Schuldbewusstsein der Menschen. Die Kraut`sche Sichtweise ist hierbei eine rein männliche. Und damit aus der Opferrolle heraus formuliert.

 

Seychellen vs. Tankstellenstrauß

Für den Mann ist im Vorfeld in jedem Fall eine Risikoanalyse unerlässlich. Welchen Einsatz muss er leisten, damit die Angebetete in ekstatische Verzückung gerät, oder zumindest nicht mit scharfkantigen Alltagsgegenständen nach ihm wirft?

Die Bandbreite reicht vom Candle light Dinner auf einer herzförmigen Schwimminsel, inmitten von 12.000 Lichtern, im seichten Wasser vor den Seychellen bis hin zum Last-minute-Strauß von der Tankstelle. Bei letzterem allerdings besteht die erhöhte Gefahr, die Nacht auf den 15. Februar auf dem Sofa eines guten Freundes verbringen zu müssen. Da gute Freunde aber knapp sind und die Seychellensache zwangsläufig zu einer monetär unzumutbaren Erwartungshaltung im Bezug auf möglicherweise 40 folgende Ehejahre ist, kommen wir ins Spiel. Die Risikominimierer von Pflanzen-Kölle verrichten jedes Jahr Mitte Februar fleißig und kreativ beziehungserhaltende Sortimentsarbeit.

 

Plötzlich und unerwartet ist der da: der Valentinstag

Der Valentinstag ist ein Ereignis, welches sich an uns Männer immer irgendwie heranschleicht. Völlig arglos nehmen wir die dezenten Hinweise der besseren Hälfte im Vorfeld zur Kenntnis, werden gezwungen vor Schaufenstern zu verweilen, bekommen Kataloge vor die Nase gehalten und registrieren eher beiläufig die Kommentare der Liebsten während einiger spezieller Fernsehwerbespots. So richtig fällt bei uns der Groschen erst so ab dem 12. Februar, wo uns bewusst wird, dass die käufliche Welt um uns herum plötzlich ein einziges Herz zu sein scheint. Und dass bei weiterhin anhaltender Untätigkeit die unmittelbare Gefahr droht, plötzlich in einer Beziehungseiszeit zu landen.

 

Hilflos und scheinbar verloren

Wir bieten dem getriebenen Herrn von heute ein breites Spektrum von Lösungsvorschlägen. Von Orchideen, tollen bepflanzten Gefäßen bis hin zu opulenten Blumensträußen ist jede Art von Deeskalierungshilfen geboten. Natürlich wissen wir, dass viele Männer nur an Valentin unser Haus betreten und deshalb etwas unsicher und unkoordiniert wirken. Hier leistet unser Personal jedes Jahr hervorragende humanitäre Hilfe.

 

„Hallo, wie darf ich Ihnen helfen?“

 

„Ich brauche was für meine Freundin. Zu Valentin.“

 

„Haben Sie eine bestimmte Vorstellung?“

 

„Weiß nicht, sowas mit Blumen halt.“

 

„Wir haben hier tolle Orchideengefäße, auch ziemlich modern gestaltet. Unsere Kollegen können Ihnen aber auch individuell etwas zusammenstellen, wenn Sie spezielle Wünsche haben.“

 

„Hmm, weiß nicht, sind das diese Orchideen?“ (zeigt auf Gerbera).

 

„Nein, die Orchideen sind hier drüben, schauen Sie mal. Und hier sind auch die passenden Gefäße dazu.“

 

„Ah ja, das sieht schön aus. Aber ich weiß nicht, ob ihr das gefällt“ (in diesem Moment entdeckt er den Preis und führt augenblicklich die Risikoanalyse durch).

 

„Hat Ihre Freundin denn schon Pflanzen daheim?“

 

„Joaa, so grüne halt…“

 

„ Wie ist Sie denn farblich eingerichtet? Man könnte auch eine neutrale Farbe nehmen und mit diesem Gefäß kombinieren. Die Kolleginnen am Pflanzstand dort vorn könnten Ihnen das Ganze auch noch schön ausdekorieren.“

 

„Äääh, was kostet denn das alles zusammen?“ (der wichtigste Parameter für die Risikoanalyse fehlt noch).

 

„Alles zusammen knapp unter 40 Euro. Aber das sieht dann auch echt gigantisch aus.“

 

„Hmm, ich weiß nicht. Haben Sie auch so abgeschnittene Rosen?“ (Analyse abgeschlossen, jetzt geht er Risiko…).

 

„Selbstverständlich, unsere Schnittblumenabteilung finden Sie kurz vor der Kasse auf der linken Seite.“ Man hätte auch sagen können, „unsere Schnittblumenabteilung finden Sie kurz vor der Kasse. Achten Sie einfach auf die Gruppe von 200 nervösen Männern. Da sind sie dann richtig.“

 

Die Kolleginnen und Kollegen bei den Schnittblumen müssen zur Höchstform auflaufen. Die ankommenden Wellen orientierungsloser Männer werden empfangen, in Reihen geordnet und floral mit wunderbaren Sträußen zwangsversorgt. Anschließend taumeln sie in Richtung Kasse und man kann nur hoffen, dass sie das Preisschild vor dem Überreichen entfernen. Ihre Aufnahmefähigkeit ist völlig am Limit, weswegen die freundlich mitgegebenen Pflegehinweise im Nichts verhallen.

 

Dieses Jahr auch noch ein Sonntag

In diesem Jahr ist Valentin ein Sonntag. Letzte Chance zum Einkaufen ist also am Samstagabend. Der Kollege, der an diesem Abend schließt, sollte eine emotional gefestigte Persönlichkeit sein. Ich hatte bereits mehrfach diese „Vergnügen“ und muss sagen, dass sich da oft dramatische Szenen abspielen. Die Eingangstür ist zu und noch immer laufen Männer eiligen Schrittes auf unser Gartencenter zu. Die Tür geht nicht mehr auf, panisch suchen Sie das Schild mit den Öffnungszeiten. Mist, schon zu. Mit schreckgeweiteten Augen verharren sie in Schockstarre, während das Gehirn weitere Möglichkeiten abklopft.

Und wenn ich dann in zivil an ihnen auf dem Weg zum Auto vorbeilaufe, voll Mitgefühl, dann kann ich förmlich sehen, wie ihnen der „Tankstellen“-Gedanke durch den Kopf schießt und sich ihre Gesichtszüge sichtbar entspannen.

Ich schaue dann immer weg und denke: „Wir können nicht alle retten…“ und „ich hoffe, du hast einen guten Freund mit Sofa“.

 

Kleiner Tipp: Unser Onlineshop hat tolle Blumengrüße, die direkt ins Haus kommen und einige unserer Gartencenter haben auch Sonntags geöffnet. Wir freuen uns auf Sie. Wenn Sie etwas ganz besonderes schenken möchten, dann schauen Sie sich doch einmal unsere Blumensprache an. Damit lässt sich mit Blumen die schönste Liebeserklärung ausdrücken. Damit müssen Sie ganz sicher nicht auf dem Sofa übernachten.

 

Liebe Grüße

Ihr Johannes Kraut

 
 

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