22.12.2015

Nur mal am Rande: „Typisch Weihnachten“


Johannes Kraut berichtet uns dieses Mal über die Einkaufs-Stimmung kurz vor Heiligabend. Überfüllte Einkaufspassagen, Parkplatznot und letze Besorgungen, damit der Weihnachtsbaum auch wirklich steht. Situationen, wie wir sie alle nur zu gut kennen! Atmen Sie kurz durch und lachen Sie über das unfreiwillige Chaos kurz vor dem heiligen Fest. Viel Freude beim Lesen!

"Oh du fürchterlich fröhliche!"

Wir befinden uns unweigerlich auf der Zielgeraden im Weihnachtsgeschäft. Der Kalender in diesem Jahr hält einen Konsumspannungsbogen bereit, wie ihn sich der Einzelhandel kaum besser hätte wünschen können. Heiligabend fällt auf einen Donnerstag und ist somit arbeitnehmerfreundlich und -unfreundlich zugleich. Während sich die Verkäufer auf der einen Seite darüber freuen, dass ihnen diese Konstellation ein langes Feiertagswochenende beschert, fühlen sich die nicht im Einzelhandel beschäftigten Kunden um einen Feiertag gebracht.

 

Die letzten dreieinhalb Tage vor Weihnachten werden auch dem Letzten verdeutlichen, dass das Fest und damit die Bescherung der Lieben bedrohlich näher rücken. Und spätestens wenn sich im Fernsehen vehement die Trailer für „Kevin allein Zuhaus“, „Der kleine Lord“ oder „Sissi“ verdichten ist es an der Zeit, den unangenehmen Gedanken an die Kreditkartenabrechnung vom Januar auf die Seite zu schieben und sich einzureihen in den Strom der Weihnachtsumsatzankurbler.

 

Fußgängerzonen werden zu Gebieten des Ausnahmezustands sich unaufhörlich vorwärtsschiebender Menschenmengen, denen die nahezu tragische Parallelität zur alljährlichen gnadenlosen Flussüberquerung der Gnus in der Serengeti vermutlich gar nicht bewusst ist. Schon die Parkplatzsuche in den Innenstädten gestaltet sich als extreme Herausforderung. Und wenn man dann endlich einen Stellplatz für sein Vehikel ergattert hat (der einen in der Stuttgarter Innenstadt mal locker 20 Euro kosten kann), ist man bereits an der nervlichen Belastungsgrenze. Anschließend kann man weit über diese Grenze hinausgehen und beispielsweise einen Elektrofachmarkt betreten. Völlig angstfreie Menschen betreten in diesen Tagen auch noch Parfümerien, habe ich mir sagen lassen. Die dort arbeitenden Menschen haben längst den Weg der Einzelberatung verlassen. Hier wird blockweise bedient. Das bedeutet, dass der Verkäufer mit lauter Stimme über ein Produkt referiert und in diesem Zusammenhang auch gleich die Fragen der 25 wartenden Personen beantwortet. Erntet er ausreichend verstehendes Nicken, beginnt er mit der Warenausgabe. Sozialkompetente Verkäufer erkennen Sie auch daran, dass diese auch an die Menschen denken, die vielleicht im Hintergrund stehen und bereits zu schwach zum Nicken waren. Fehlt nur noch, dass der Marktleiter in diesem Ansturm auf die Theke steigt, mit seinen Händen eine Raute formt und sagt „Wir schaffen das“.

 

Bei uns in den Gartencentern spielen sich solch chaotische Szenen nicht ab. Zum Einen haben wir ausreichend kostenlose Parkplätze und zum Anderen verkaufen wir keine Smartphones, Flachbildfernseher oder den in stylisch designten Flaschen abgefüllten Duftstoff irgendwelcher Musiksternchen. Wir merken das Weihnachtsgeschäft vor allem in den Bereichen der Orchideen, der Schnittblumen oder fertig verarbeitenden Geschenken. Härtefälle gibt es selten und auch die finden meistens ein positives Ende. Oft stehen an Heiligabend zerknirscht dreinblickende Männer bei uns und fragen, ob wir noch Weihnachtsbaumständer haben. Meistens mit dem Gedanken im Gesicht, dass die werte Gattin bereits vor einigen Wochen dezent darauf hingewiesen hat, dass der Ständer „im letzten Jahr schon ziemlich gewackelt“ habe. „Der tuts noch“ war dann oft die Antwort. Nun ja, er tat es eben nicht mehr. Und nach einer wortlosen – nur durch hochgezogene Augenbrauen ausgesprochenen – Rüge macht sich der Weihnachtsbaum-Aufbaubeauftragte der Familie missmutig auf den Weg. Ansonsten läuft das Weihnachtsgeschäft zwar auf einem hohen, aber eben auch auf einem zivilisierten Level ab.

 

Und wenn an Heiligabend gegen 13 Uhr das letzte Weihnachtsbäumchen auch ein Zuhause gefunden hat, wird einem schon fast warm ums Herz. Denn dann schließt sich mal wieder der Kreis. Das Jahr ist irgendwie rum, wir kommen zur Ruhe und blicken zurück auf Primelalarm, Geranienwahnsinn, Muttertagssamstage, Sommerhitze und Kürbisausstellung.

 

Auch Johannes Kraut kommt dann zur Ruhe, legt den Stift weg und entspannt zwischen Plätzchen, Geschenkpapier und der Sissi-Trilogie. Aber vorher verabschiede ich mich für dieses Jahr und wünsche allen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, all unseren Kundinnen und Kunden und Lieferanten ein ruhiges Weihnachtsfest.

 

Wir lesen uns im nächsten Jahr wieder.

Ihr Johannes Kraut

 
 

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