14.09.2015

Nur mal am Rande: „Sage mir, wie du schiebst und ich sage dir, wer du bist“


In unserer neuen Gärtner-Kolumne plaudert Johannes Kraut, Gärtner, Pflanzenversteher und Kolumnist, über Witziges und Kurioses rund um den Gärtneralltag. Lachen Sie mit uns und seien Sie auf viele lustige Geschichten gespannt, wenn es wieder heißt: "Nur mal am Rande"

 

„Sage mir, wie du schiebst und ich sage dir, wer du bist“

 

Täglich besuchen uns Tausende von einkaufsfreudigen Gästen, die sich in unserer Garten-Erlebniswelt wohlfühlen wollen. Dazu bedienen sich die meisten eines Gegenstandes aus unserem Inventar, dem wir durchaus eine gewisse Bedeutung bei der Typisierung unserer Kundentypen beimessen dürfen: dem Einkaufswagen.

Da es uns nun nicht möglich ist, JEDEN Kunden einzeln zu bedienen, ist es mir gelungen, einen wissenschaftlich äußerst fundierten Leitfaden zu entwickeln, um bereits aus einigen Metern Entfernung eine Voreinschätzung möglicher Umsatzpotentiale zu tätigen.
Bereits auf den ersten Blick kann man anhand des Schiebens des Einkaufswagens unterteilen:

 

Der Lustwandler

Der Kunde mit dem höchsten Umsatzpotential. Befasst sich nicht konkret mit Ware, sondern lässt den Blick schweifen. Schiebt seinen Wagen in wellenförmigen Links-Rechts Bewegungen den Hauptweg entlang. Nachfolgender Verkehr ist ihm völlig egal. Er schwebt dahin. Das Schiebetempo entschleunigt bereits beim Anblick. Äußerst angenehm im Verkaufsgespräch. Offen für alles! Ein Muss für den aktiven Verkäufer!!!

 

Der Formel 1-Kunde

Zeit ist der entscheidende Faktor in seinem Leben. Sein Schiebeverhalten spiegelt die Dichte seines Terminkalenders wieder. Er fliegt im optimalen Schrägwinkel selbst durch die raffinierteste konsumverschachtelte Wegeführung, ohne sein Tempo auch nur für eine Sekunde zu verringern. Selbst, wenn man beim Anblick etwas Angst bekommt, sagt die Erfahrung, dass Ware bei diesem Fahrverhalten fast nie zu Schaden kommt. Sein versierter Blick schätzt die nächste Abbiegung und die Ausmaße seines Einkaufswagens perfekt ein. Unfallpotential besteht jedoch, wenn er auf den Schiebetypen „Lustwandler“ trifft, dessen Einkaufsverhalten er weder nachvollziehen, noch dessen Bewegungen in die Berechnung der eigenen Ideallinie einbeziehen kann. Umsatzpotential: mäßig, nur für konditionell austrainierte Mitarbeiter mit der Fähigkeit, kurze Sätze zu bilden.

 

Der misstrauische Kunde

Er hat schlechte Erfahrungen gemacht, indem er bereits ein Vermögen in Einkaufswagen gesteckt hat und ihm diese während des Einkaufs permanent entwendet wurden. Er entfernt sich nur äußerst ungern von seinem kapitalbeladenen Schiebeobjekt. Muss er es dennoch tun, sichert er dieses durch das Hineinstellen von Ware ab. Da er zu diesem Zweck irgendeinen nächstgelegenen Artikel aus unserem Sortiment auswählt, ist es für den Verkäufer oft irreführend auf Basis dieses Artikels ein Verkaufsgespräch zu führen. Umsatzpotential: durchaus nicht zu unterschätzen. Wenn man erstmal Vertrauen aufgebaut hat, ist alles möglich. Wichtig: Den Einkaufswagen nicht anfassen!

 

Der Falschfahrer

Der Falschfahrer verschafft sich einen optimalen Sortimentsüberblick, indem er seinen Wagen nicht schiebt, sondern zieht. Aus ergonomischen Gründen (die Arme wachsen im Allgemeinen seitlich des Körpers) führt dies jedoch zu einem 45-Grad-Winkel des Einkaufswagens. Bewegt sich der Gast eher am Rande des Hauptweges, zieht sein Wagen somit eine Schneise der Verwüstung durch den nächstgelegenen Tisch. Besonders anfällig sind Weihnachtssterne, da sie durch ihr weiches Blattwerk wenig Widerstand bieten und sich außerdem nahezu geräuschlos in ihr Schicksal ergeben. In der Glasabteilung hingegen wird der Gast durch akustische Veränderungen hinter ihm auf sein suboptimales Verkehrsverhalten hingewiesen. Umsatzpotential: Guter Durchschnitt, für den Verkäufer ist es zwingend notwendig, beratend tätig zu werden – schon allein, um den bereits entstanden Abschreibungs-Wert wieder hereinzuwirtschaften.

 

Der Local Hero

Er kommt gern und regelmäßig zu uns. Sein Gärtner Pflanzen-Kölle ist nicht nur das Gartencenter seines Vertrauens, sondern auch ein Ort für die soziale Kontaktpflege. So trifft man Nachbarn, Vereinskollegen und Verwandte. Selbstverständlich kommt es an Ort und Stelle zum regen Austausch bezüglich aktueller Krankheitsbilder, Urlaubsreisen oder der Lebenssituationen anderer gemeinsamer (nicht anwesender) Bekannter. Dazu werden die Einkaufswagen zu einem herdenartigen Pool zusammengeschoben. Dass dies grundsätzlich an der engsten Stelle des Hauptweges geschieht, ist lediglich eine böse Unterstellung meinerseits. Umsatzpotential: sehr hoch, da die Grundstimmung beim Gast nach dem Plausch recht hoch ist, da er eine Gemeinsamkeit zu seinem Bekannten entdeckt hat (Einkauf bei Pflanzen-Kölle) und außerdem auf dem neuesten Stand der Entwicklung der oben erwähnten Themenfelder ist.

 

Nachdem ich nun ausführlichst über die einzelnen Typen berichtet haben, würde mich doch eines interessieren: Haben Sie sich erkannt? Wenn ja, schreiben Sie mir gern eine E-Mail an info@pflanzen-koelle.de.

 

Viel Spaß beim Beobachten und Einkaufswagenschieben in einem unserer Gartencenter.

Bis zum nächsten Mal, wenns wieder heißt: "Nur mal am Rande"! 

 

Ihr Gärtner,
Johannes Kraut

 
 

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