Reisebericht Japan-Koi-Picking 2017: Tag 3

Begleiten Sie unseren Zoo-Bereichsleiter, Herrn Detlef Brenner, auf seiner Koi-Picking-Tour quer durch Japan! Um Ihnen nur die schönsten Koi anbieten zu können, besucht Herr Brenner auf seiner viertägigen Reise mehrere namhafte Züchter und überzeugt sich vor Ort von der Qualität der exklusiven Fische. An Tag 3 besucht er die Züchter Takashi, Wada, Shinoda, Conias und Hirasawa.

Einen wunderschönen Tag Zusammen,

da wir uns für heute alle Züchter vorgenommen haben die weit außerhalb von Nagaoka liegen, werden wir heute sehr viel im Auto sitzen. Aber ich bin mir sicher, dass sich die Fahrt lohnen wird. Heute besuchen wir einige der besten Züchter aus Niigata und versprechen uns davon natürlich auch sehr viel. Nach den verschneiten ersten Tagen haben wir heute winterliches Bilderbuchwetter – die Sonne scheint, wir haben 5 Grad und können durch die Seitenscheiben unseres Autos die malerisch-verschneite Landschaft von Niigata bewundern.

Zuerst fahren wir etwa 90 Minuten zur Takahashi-Koifarm. Dort werden wir hautsächlich Go-Sanke-Arten vorfinden und erhoffen uns natürlich auch noch den ein anderen Koi für einen unserer Schauteiche zu selektieren. Das Kuriose bei Takahashi sind die Wege zu und zwischen seinen Glashäusern, die er permanent flutet. Dadurch liegt dort zwar kein Schnee mehr, aber ohne Gummistiefel bekommt man beim Waten durch diese Bäche nasse Füße bevor man auch nur den ersten Fisch gesehen hat. Als wir es dann doch trockenen Fußes in sein Nisai-Haus geschafft haben wusste ich, dass dies nicht nur wegen des Wetters ein toller Tag werden würde. Neben zahlreichen erstklassigen Go-Sanke haben wir auch noch 16 Beni-Kujako sowie einige Chagoi und Ochiba selektieren können. Durch die unglaublich hohe Qualität seiner Koi hat uns das sehr viel Zeit gekostet, da wir am liebsten alle mitgenommen hätten.

Nisai von Züchter Takashi, Koi, CollageNachdem wir die Koi dann alle fotografiert hatten, sind wir in sein Sansai-Haus gegangen und kamen aus dem Staunen kaum noch raus – als er uns sagte dass diese Koi noch verkäuflich sind, habe ich direkt zwei Showa-Weibchen aus dem Teich gefangen um sie mir in der Wanne genauer anzuschauen. Beide waren ein Traum und zu meinem Glück hat einer der beiden auf der Niigata-Nogyosai 2016 den 2. Platz in der Klasse Go-Sanke bis 55 cm gewonnen. Da unser Abteilungsleiter in Heilbronn für seinen Schauteich noch einen richtig guten Showa sucht und ich mir sicher war keinen besseren mehr zu finden, können Sie die schöne Dame ab Anfang April in Heilbronn bewundern. Die zweite Schönheit wird ebenfalls ab Anfang April in Hoppegarten zu bewundern sein. Wie sich das bei Fischen dieser Preisklasse und Qualitätsstufe so gehört, hat Takahashi es sich nicht nehmen lassen die beiden persönlich zu begutachten, zu messen und zu fotografieren, bevor er uns noch eine Pepsi für den Weg mitgegeben hat.

Premium-Sansai von Takashi

Unsere nächste Station ist Wada, bei dem ich im letzten Jahr die vielen wunderschönen Asagi gekauft habe. Als wir dort ankamen haben wir erneut wundervolle Asagi sehen dürfen, doch leider sind die Fische derzeit aufgrund eines leichten Infekts nicht verkäuflich. Wada bat uns daraufhin, doch in zwei Wochen wieder zu kommen. Ich nehme an dass er wusste, dass uns dies nicht möglich sein wird und rechne es ihm daher hoch an, uns darüber informiert zu haben. Als wir uns die Koi genauer anschauten, konnten wir zwar keinerlei Anzeichen für einen Infekt erkennen – da aber niemand einen Koi besser kennt als sein Züchter haben wir ihm voll und ganz vertraut und uns auf den Weg zu Shinoda gemacht.

Da ich zum jetzigen Zeitpunkt recht wenige Shiro-Utsuri gekauft habe, lagen meine Hoffnungen auf Shinoda. Doch hier wurde ich enttäuscht – seine Nisai waren zwar recht günstig, hatten aber nicht die gewünschte Qualität. Seine Sansai hingegen waren zwar qualitativ gut, aber meiner Ansicht nach viel zu teuer. Da der Tag so schön begonnen hatte und uns die Sonne immer noch wärmte, ließen wir uns nicht unterkriegen und sind nach einem kleinen Mittagssnack direkt weiter zum nächsten bekannten Züchter gefahren.

Da wir unangemeldet bei Conias aufschlugen, mussten wir ein wenig Geduld mitbringen. Er war gerade mit einer 10-köpfigen Gruppe Chinesen beschäftigt, die bei ihm ca. 35 Sansai mit durchschnittlich 55 cm Länge gekauft haben. So hatten wir genug Zeit seine Koi genau anzuschauen, sodass wir mit dem eigentlichen Picking dann sehr schnell fertig waren. Und wenn Sie sich die Fische anschauen werden Sie auch verstehen, warum Conias-San weltweit so bekannt ist.

Koi vom Züchter Conias

Auf dem Heimweg Richtung Hotel wollten wir dann nochmal einen Stopp bei Yokiyoshi Hirasawa machen, um die noch fehlenden Koi für den Schauteich in Hoppegarten zu selektieren. Als wir ankamen haben wir nach einer kleinen Kaffeepause auch direkt seine Sansai begutachtet und exakt das gefunden, was wir suchten: Zwei Utusri, einen Bekko, einen Shusui und einen Kujako. Auch diese Koi sind ihm herausragend gut gelungen und werden Ihnen und auch uns in Hoppegarten sehr viel Freude bereiten.

Koi vom Züchter Hirasawa

Nach einem sehr erfolgreichen und schönen, aber gleichzeitig auch anstrengenden Tag, geht es jetzt zurück ins Hotel. Morgen früh haben wir um 8 Uhr einen Termin bei Yokiyoshis Vater, auf den ich mich schon sehr freue. Außerdem wollen wir morgen auch noch unbedingt zu Marudo, Dainichi, und Yamazaki.

Deshalb heißt es jetzt für mich Duschen, Essen und früh schlafen gehen.

Ihr Detlef Brenner