Nur mal am Rande: Die Ruhe nach und vor dem Sturm

Johannes Kraut berichtet diesmal über die Garten-Hochsaison in unseren Gartencentern. Nach anfänglichen Wetterschwierigkeiten hat die Saison unseren Mitarbeitern in diesem Jahr mal wieder alles abverlangt. Lesen Sie selbst, wie es unseren Gartencenter-Mitarbeitern in den härtesten Wochen des Jahres ergangen ist und wie die Ruhe nach dem Sturm aussieht.

„Diese Saison hat uns einiges abverlangt. Die Wettereskapaden und Umsatzverläufe sorgten für das eine oder andere nervöse Muskelzucken auf allen Hierarchieebenen. Ein März, in dem es kein Halten gab und man sich fühlte wie Di Caprio nebst legendärem Ausruf am Bug der Titanic.

Der April, trügerisch und launisch. Bis Ostern alles auf Kurs, dann hatten auch wir unser Eisbergerlebnis. Mit voller (Bestands-)Kapelle zurück in den Winter. Frostnächte überall, geschlossene Schneedecke in München. Unsere Kunden waren natürlich geschockt und hatten erstmals die Nase gestrichen voll. So eine durchgefrorene Dipladenie mit Schneehaube hat schon was Verstörendes.

Der Start in den Mai war dann genauso furchtbar. Die kürzer werdenden Besuchsintervalle der Disziplinar- und Fachvorgesetzten erreichten das kritische Stadium. Es musste dringend Dampf aus dem Kessel. Bis endlich die Muttertagswoche kam mit der entsprechenden Wetterentspannung. Ich glaube, uns allen ist ein riesen Stein vom Herzen gefallen. Die folgenden vier Wochen haben uns noch mal alles abverlangt und endlich kam Saisonfeeling auf.

Mit allen dazugehörigen Komponenten: Kassenrückstau, Container Burgen, die alljährliche „dringend leere Pflanzen-Container zurückgeben, ansonsten werden wir morgen nicht mehr beliefert“-Mail, Parkplatzchaos, Schweiß, Tränen, Augenringen und grünen Kassenstatistiken.

Dieser Spurt hat uns wieder an die Ziellinie gebracht. Darüber gehen müssen wir jetzt im Juni selbst. Das wird aber auch nicht so einfach. Die Spannung fällt ab, die ersten Kolleginnen und Kollegen gehen in den Urlaub, man freut sich, dass man im Lager mal wieder den Boden sehen kann und andere gefährliche tempoverschleppende Faktoren. Kraut nimmt sich da nicht aus.

Aber so eine Saison härtet ab. Wer sowas so meistert, wie wir es getan haben, der kann alles. Berge versetzen, das Meer teilen oder manchmal sogar Frauen verstehen. Und mal ganz ehrlich … an einem kalten Januarabend, an dem der eisige Wind ums Gartencenter peitscht und man auf einen Tagesumsatz schaut, den man im Mai in 45 Minuten macht, da wünscht man sich doch manchmal ein kleines bisschen Muttertag.

Und jetzt stürzen wir uns in die nächsten Projekte: Hauptinventur, dünne Personaldecke in der Urlaubszeit, Weihnachtsmarkt-Vorbereitung. Zum Glück wird uns nie langweilig. Und wie der Boden im Lager aussieht, wissen wir ja nun …

In freudiger Erwartung,
Ihr Johannes Kraut"