05.09.2016

Kirschessigfliege - ein Schädling, der komplette Ernten vernichtet


Kaum zu glauben, welchen Schaden Fliegen anrichten können. Durch den invasiven Schädling Kirschessigfliege können ganze Obstbestände vernichtet werden. Erfahren Sie hier, wie Sie gegen die Plage vorgehen können.

Was Sie über die Kirschessigfliege
wissen sollten

Was ist eine Kirschessigfliege?

  • Kirschessigfliegen (Drosophila suzukii) sind Schädlinge, die erstmals 2009 in Europa festgestellt wurden. Ursprünglich stammt der Plagegeist aus Asien, von wo aus er vermutlich durch internationalen Handel in die ganze Welt verschleppt wurde.
  • Die erwachsenen Tiere sind ca. 2-3 mm groß, haben rote Augen und eine gelb-bräunliche Körperzeichnung. Am hinteren Flügelende sind die charakteristischen, dunklen Flecken zu sehen, diese Zeichnung besitzen die herkömmlichen Fruchtfliegen nicht.
  • Die Weibchen ähneln der heimischen Essigfliege. Letztere befällt nur überreifes und faulendes Obst, der neue Schädling dagegen befällt gesunde, heranreifende Früchte.
  • Mit ihrer invasiven Verbreitung ist die kleine Fliegenart äußerst problematisch zu sehen und ohne natürliche Gegenspieler verbreitet sie sich bei idealen Bedingungen sehr schnell.
  • Kirschessigfliegen bedrohen regelrecht die Beeren-Ernte im Hausgarten und im Weinbau. Es kann sogar zum Totalausfall kommen.

Fruchtessigfliegenansammlung, weibliche Fruchtessigfliege und die Larve einer Fruchtessigfliege
1 zeigt eine männliche Kirschessigfliege, 2 den Befall von Trauben, 3 zeigt eine weibliche Kirschessigfliege und in 4 ist eine Larve der Kirschessigfliege zu sehen.


Wie schädigt die Kirschessigfliege?

Kirschessigfliegenbefall oder Schaden an einer Traube
  • Der gefürchtete Schädling durchdringt mit seinem Raspelapparat die intakte Fruchthaut und legt seine Eier in den heranreifenden Früchten ab. Die Maden wachsen darin heran und vernichten so die Früchte, bevor sie reif für die Ernte sind.
  • Ein Weibchen kann 300 bis 600 Eier legen, somit verbreitet sich der Schädling in rasantem Tempo.
  • Bereits nach ein bis drei Tagen schlüpfen die Larven und beginnen als Maden das Innere der Frucht zu fressen. Nach einer Entwicklungszeit von etwa 1 Woche verpuppen sich die Larven und nach weiteren 1-2 Wochen schlüpft die nächste Generation. Somit sind in einem Sommer mehrere Generationen an Kirschessigfliegen möglich.
  • Befallene Früchte sind an Einstichstellen zu erkennen, schmecken nach Essig und sind schnell matschig und ungenießbar.

Was wird von der Kirschessigfliege befallen?

Vor allem Früchte mit dünner und weicher Schale werden von der Drosophila suzukii befallen. Neben Wildobst wie beispielsweise Holunder ist folgendes Obst stark gefährdet:

Beerenobst Steinobst
Brombeeren, Himbeeren, Heidelbeeren, Johannisbeeren, Weintrauben, Tafeltrauben und spät reifende Erdbeeren Süßkirschen, Pfirsiche, Pflaumen, Aprikosen und Nektarinen

 

Tipps zur Vorbeugung gegen Kirschessigfliegen-Befall

Für den Haus- und Kleingarten gibt es keine zugelassenen Pflanzenschutzmittel, daher sind vorbeugende Maßnahmen sehr wichtig. Dazu gehören:
Kirschessigfliegenfalle an einem Rebstock

  • Lockerer Aufbau der Pflanzen, z. B. Spindelerziehung bei Beerenobst. Somit trocknen die Früchte schneller ab und die Bedingungen für die Kirschessigfliege verschlechtern sich.
  • Regelmäßiges Mulchen oder Auslegen von schwarzer Mulchfolie am Boden.
  • Auslichten der Traubenzone bei Tafeltrauben. Hierbei werden Blätter entfernt, so dass die Trauben frei hängen.
  • Mit Gelbtafeln lassen sich Schädlinge einfangen. Idealerweise werden die mit Leim bestrichenen gelben Tafeln beim Fruchtansatz ausgehängt. Regelmäßiges Auswechseln der Tafeln steigert die Wirkung.
  • Vorbeugende Spritzungen mit Kölle’s Bio Pflanzen-Kur fördern die Vitalität der Pflanzen, während die enthaltenen Duftstoffe wie z. B. Knoblauch, die Fliegen verwirren. Mehrjährige Erfahrungen zeigen, dass die Früchte nicht so leicht gefunden werden und somit nicht so stark betroffen sind.
  • Auch Netze mit einer Maschenweite von 0,8 mm schützen die Früchte. Nur durch die verminderte Einwanderung der Fliegen können Sie Ihre Früchte sicher schützen. Bei Tafeltrauben können zudem Organzabeutel zum Schutz der einzelnen Früchte verwendet werden.
  • Fallen mit einer Mischung aus Rotwein und Apfelessig im Verhältnis 3:2 werden mit einem Tropfen Spülmittel in Plastikbecher gefüllt und mit Drähten in die Bestände gehängt.
  • Beschädigte oder vertrocknete Früchte sollten rechtzeitig aus dem Garten entfernt und über die Biotonne entsorgt werden.


Mit unseren Tipps können Sie Ihre Pflanzen rechtzeitig vor einem Befall durch die Kirschessigfliege schützen. So nimmt Ihre wertvolle Ernte keinen Schaden und Sie können die Früchte aus dem eigenen Garten in vollen Zügen genießen.

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