Knollenbegonien rechtzeitig pflanzen

Knollenbegonien können durch eine frühe Pflanzung bereits im Mai mit leuchtenden Farben erfreuen. Durch die sogenannte Vorkultur erzielen Sie einen erheblichen Zeitvorsprung. Erfahren Sie, wie das Vorziehen der Knollen am besten funktioniert und wann Sie mit der Pflanzung beginnen können. Bereits im Winter können Sie aus einer Vielzahl an Arten der Begonien auswählen und für den kommenden Sommer planen. Ein Auspflanzen im Garten ist erst nach den Eisheiligen Mitte Mai ratsam.

Jetzt können Knollenbegonien im Haus gepflanzt werden

Knollenbegonien (Begonia tuberhybrida) sind als pflegeleichte und üppig blühende Balkonpflanzen bekannt. Mit einer Vielzahl an Farben, Blütenformen und Sorten erfreuen sie ab Ende Mai im Freien. Für eine reiche Blütenfülle können Sie Begonien entweder zur Balkonsaison als blühende Pflanzen kaufen oder die Knollen ab Februar im Haus vorziehen. Erfahren Sie, wie das Vorziehen der Begonien funktioniert und welche Vorteile die Vorkultur mit sich bringt. Die Pflanzen lassen sich gut überwintern und jährlich neu in Substrat setzen.


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Was Sie über Knollenbegonien wissen sollten:

  • Charakteristisch für diese Gruppe der artenreichsten Pflanzengattung ist die Bildung einer Speicherknolle. Dank diesem Speicherorgan ist Jahr für Jahr ein neuer Austrieb möglich. Anders als bei einjährigen Pflanzen lohnt es sich, Begonien zu überwintern.
  • Begonien sind frostempfindlich. Die Pflanzen vertragen Temperaturen von maximal 0°C und sind nicht winterhart.
  • Bringen Sie die Knollen vor dem ersten Frost an einen frostfreien Raum.
  • Auch blühende Begonien im Topf sollten Sie rechtzeitig in Sicherheit bringen.
  • Im Winter können Begonien nicht draußen im Garten bleiben.
  • Die Knollen müssen frostfrei im Haus überwintern, benötigen aber keine Pflege in der Ruhephase.
  • Ein Austrieb erfolgt nach dem Winter bei Temperaturen über 10 Grad Celsius.
  • Es ist gut möglich, die Speicherknollen vorzeitig aus Ruhepause zu holen. Dieses sogenannte Vortreiben ist günstig für die Entwicklung der ersten Triebe und bedeutet eine frühere Blüte.
  • Die gefüllten Blüten erinnern an Rosen, Kamelien oder Nelken. Sie können aber auch einfach blühen und kommen in vielen verschiedenen Farbtönen vor.
  • Knollenbegonien gibt es als hängende oder aufrecht wachsende Form, von denen es jeweils eine Vielzahl an Sorten gibt. Teilweise werden sie auch einfach als Begonien oder Hängebegonien bezeichnet.
  • An jeder Pflanze gibt es männliche Blüten und weibliche Blüten.
  • Große Knollen können Sie durch Teilung vermehren.
  • Als anspruchslose Dauerblüher erfreuen die Beet- und Balkonpflanzen mit schönen Blüten den ganzen Sommer im Garten. Auch für weniger sonnenverwöhnte Standorte auf dem Balkon und im Garten sind Begonien gut geeignet. An schattigen Standorten ist die Blütenfülle geringer und die Ausfärbung der Blumen nicht so intensiv. Daher empfehlen wir einen Platz in Ost- oder Westrichtung ohne pralle Mittagssonne.
  • Dank neuen Züchtungen sind immer mehr schöne Sorten am Markt, die verbesserte Eigenschaften oder größere Blüten haben.
  • Grundsätzlich sind für sonnige Standorte eher kleinblütige Sorten empfehlenswert.
  • Ohne große Pflege sind die Sommerblüher kompakt im Wuchs und verzweigen sich bestens.
Unser Gärtnertipp:  Wie sie Knollenbegonien am besten lagern und pflegen: Während der winterlichen Ruhephase ist es wichtig, dass die Knollen trocken liegen. Ist die Überwinterung zu feucht, wird das Speicherorgan schnell matschig und fault. Achten Sie darauf, dass die Begonia, die zu warm überwintern, an Volumen abnehmen, denn die Knolle schrumpft. Die Erde kann austrocknen oder Sie überwintern das Speicherorgan in Kisten, die mit Zeitungspapier ausgelegt sind, ganz ohne Erde. Ungeeignet ist ein warmer Platz in der Wohnung


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Warum Sie Begonienknollen frühzeitig im Haus pflanzen sollten:

  • Bei einer Pflanzung ab Mitte Mai im Freien kommt es erst ab Mitte Juni zur Blüte. Begonien Knollen benötigen zur Bildung der ersten Blätter warmes Wetter. Ohne Vorkultur ist die Blütezeit verkürzt. Mit der richtigen Begonien Pflege verlängern Sie die Pracht der großen Blüten wesentlich.
  • Durch das Vorziehen der Begonien freuen Sie sich zu Beginn der Balkonsaison über üppige Pflanzen mit Knospen, denn die Blätter und Blüten können sich in frostfreier Umgebung bestens entwickeln. Mit einem zeitigen Setzen von Knollen- oder Hängebegonien im geschützten Raum verlängern Sie die Saison der Pflanze und können bereits im Mai die ersten Blüten genießen. Beginnen Sie ab Mitte bis Ende Februar mit der Vorkultur. Bei guten Lichtverhältnissen ist innerhalb weniger Tage die Entwicklung zu sehen.
Unser Gärtnertipp:  Durch das Treiben aktivieren Sie das Wachstum der Knollen früher als gewöhnlich und erzielen somit einen erheblichen Zeitvorsprung!
 

 Knollenbegonien Vorziehen in 8 Schritten:

  1. Füllen Sie Töpfe oder Kästen mit einer Drainageschicht am Boden und Pflanzerde darauf. Das Pflanzgefäß wird zu maximal ¾ gefüllt. Die Erde sollte gut durchlässig sein und Dünger in Form eines Depotdüngers enthalten. Beginnen Sie ab Mitte Februar mit der Vorkultur. Ein früherer Start ist nicht sinnvoll.
  2. Legen Sie die Knollen komplett für 24 Std. in lauwarmes Wasser ein.
  3. Geben Sie die Speicherknollen auf die Pflanzerde. Begonienknollen sind von der Form leicht gebogen, d.h. auf einer Seite ist eine schüsselartige Vertiefung sichtbar. Wichtig ist, dass Sie die Knolle so pflanzen, dass die Seite mit der Vertiefung nach oben zeigt.
  4. Bedecken Sie die Knolle nur halb, d.h. im Hohlraum der Knolle darf keine Erde sein, denn hier erfolgt der Austrieb. Gießen Sie die Neupflanzung mit wenig Wasser.
  5. Zum Vortreiben sind Temperaturen von 10-15 °C optimal. An zu warmen Standorten werden die Neutriebe zu weich und instabil und die Wurzelbildung ist gehemmt. Daher ist ein Platz im Flur oder Keller ideal, denn erst bei der Entwicklung der Blätter wird mehr Licht notwendig. Förderlich ist eine transparente Abdeckung, die regelmäßig zum Lüften abgenommen wird. Bei einer hohen Luftfeuchtigkeit kann auch Mehltau entstehen. Daher ist es wichtig, dass Sie für regelmäßigen Luftaustausch sorgen.
  6. Achten Sie darauf, dass das Substrat nicht austrocknet, jedoch sind nur geringe Wassergaben nötig, da die Pflanze noch keine Wurzeln und Blätter hat. Optimal ist ein Besprühen der obersten Erdschicht zweimal wöchentlich, so bleibt die Knolle trocken und Staunässe wird vermieden. Bereits nach wenigen Tagen wachsen aus den sogenannten Augen die ersten zarten Blätter und der Stängel entwickelt sich.
  7. Sobald die neuen Triebe 2-4 cm groß sind, werden die Pflanzen heller und wärmer (15-18 °C sind ideal) gestellt. Jetzt wird auch etwas mehr Wasser benötigt, jedoch mögen die Blumen stauende Nässe nie.
  8. Ab Ende April können die vorgezogenen Balkonpflanzen an Tagen mit Temperaturen über 15 °C zum Abhärten für ein paar Stunden ins Freie gestellt werden. Das schrittweise Abhärten an einem schattigen Platz ist wichtig, um die vorgetriebenen Pflanzen auf die natürlichen Witterungsbedingungen vorzubereiten. Bis die Gefahr von Nachtfrösten vorbei ist, stehen die Blühpflanzen über Nacht vorsorglich weiterhin innen. Ein Auspflanzen ist erst nach dem letzten Frost empfehlenswert.


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Knollenbegonien pflanzen ohne Vorkultur

Selbstverständlich lassen sich Begonien wie Dahlien und Gladiolen ab Anfang Mai auch direkt ins Freiland pflanzen. Wichtig ist, dass die Frühlingsblumenzwiebeln erst nach den letzten Nachtfrösten gepflanzt werden. Optimal eignet sich diese Begonienart für Beete, Rabatten, Balkonkästen und Kübel in halbschattiger Lage. Um sich bestens entwickeln zu können, bevorzugen die Knollen einen Pflanzabstand von 15 -20 cm. Wird zu dicht gesetzt, kann es zu Fäulnis kommen. Wichtig für üppige Blütenfülle ist, dass Sie verwelkte Blüten regelmäßig entfernen, nach Bedarf gießen und düngen. Mit der richtigen Pflege und am richtigen Standort bilden sich kontinuierlich neue Knospen und Sie können die Pracht bis lange in den Herbst genießen.

Unser Gärtnertipp:  Wichtig für ein gutes Gedeihen ist eine gleichmäßige Wasserversorgung ohne stauende Nässe und eine regelmäßige Düngung.