Pflanzen mit Liebe
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Der Ursprung des Bonsais

Den meisten von uns ist Bonsai als die japanische Kunst bekannt, Bäume in Miniaturformaten zu züchten. Weniger bekannt ist, dass diese Kunst ihren Ursprung in China hat, wo sie als Pun-tsai, welches wiederum Teil des Pen-jin ist, bereits 700 v. Chr. weit verbreitet war. Pen – ebenso wie Pun – heißt Schale, Jing bedeutet so viel wie Landschaft oder Szene und Tsai bezeichnet eine Pflanze. Doch Pen-jin ist viel mehr, als nur kleine Bäume in Schalen zu pflanzen. Es wurden ganze Landschaften kultiviert und kunstvoll gestaltet.

Ursprünglich betrieb nur die Oberschicht der chinesischen Gesellschaft Pun-tsai. Sie zogen und sammelten kleine Versionen heimischer Arten. Besonders schöne Exemplare galten als wertvolle Geschenke und fanden so in ganz China Verbreitung.

Das Universum in einer Schale – Bonsai in Japan

Während der Kamakura-Periode (1185 bis 1333 n. Chr.) übernahm Japan eine Vielzahl chinesischer Kulturgüter, so auch die Kunst des Bonsais. Die Japaner entwickelten ganz eigene, sehr strenge Richtlinien für diese. Dies mag zum Teil darin begründet sein, dass Japan nur etwa vier Prozent der Größe Chinas besitzt, was dazu führte, dass die große Bandbreite der Landschaftsformen stark begrenzt wurde.

Zum anderen wurden hier auch starke Einflüsse des Zen-Buddhismus sichtbar, der den Weg in eine neue Richtung in der Kunst des Bonsai Züchtens ebnete. Um Schönheit in extrem reduzierter Form zu finden, entwickelten Zen-Mönche ihre Tablett-Landschaften nach gewissen Richtlinien, sodass ein einzelner Baum in einer Schale das Universum repräsentieren kann.

Go West – die Verbreitung in Europa und den USA

Erst einige Jahrhunderte später finden sich erste Berichte europäischer Reisender, die von Zwergbäumen in China und Japan berichtet. Der älteste stammt von einem Spanier aus dem Beginn des 17. Jahrhundert und handelt davon, wie chinesische Einwanderer auf den Philippinen kleine Ficus-Bäume auf etwa handtellergroßen Korallenstücken zogen.

Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts wurden Bonsai erstmals auf verschiedenen Weltausstellungen in Europa und den USA gezeigt – 1876 in Philadelphia, 1878 und 1889 in Paris, 1893 in Chicago, 1904 in St. Louis, 1915 in San Francisco. Hier erlag auch die westliche Welt der Faszination der Bonsai, die bis heute ungebrochen ist.

Tradition und Moderne – so stellen Sie Ihren Bonsai auf

Natürlich gibt es keine allgemein gültige, starre Vorschrift, wie Sie Ihren Bonsai zu präsentieren haben. Sie können sich hier ganz nach Ihren Vorlieben und Ideen richten. Dennoch würden wir Ihnen gerne die traditionelle Art des Tokonoma vorstellen. Zu dieser Form der Ausstellung gehören neben dem eigentlichen Bonsai noch weitere Utensilien:

  • Rollbild: Ein Rollbild im Hintergrund aufgehängt erweitert die gesamte Anordnung um eine weitere Dimension. Dabei variiert die Motivauswahl dieses Bildes je nach Art des Baumes. Beinahe alles ist möglich, von ruhiger Berglandschaft bis hin zu Tiermotiven.
  • Bonsaitisch: Ein spezieller Tisch oder eine lackierte Baumscheibe vertieft die gesamte Szenerie.
  • Akzentpflanzen: Gras, Bambus oder kleinwüchsige Stauden, ebenfalls in Schalen gepflanzt, fungieren als Kontrastpunkt. Sie unterstreichen den Charakter des Bonsais und bringen Spannung in das Arrangement.